Frankfurt am Main: Gruppe lockt Männer per Dating-App in Falle und raubt sie aus - DER SPIEGEL
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Festnahme in Frankfurt Gruppe lockt Männer per Dating-App in Falle und raubt sie aus

Lena, Jana: Über Fakeprofile mit diesen Namen verabredeten sich Kriminelle in Frankfurt am Main mit Flirtwilligen – um sie auszunehmen. Vier Fälle sind der Polizei bekannt, sie rechnet mit weiteren.
Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen: Männer wurden in Frankfurt am Main in die in Falle gelockt
Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen: Männer wurden in Frankfurt am Main in die in Falle gelockt

Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen: Männer wurden in Frankfurt am Main in die in Falle gelockt

Foto: Christoph Hardt / Geisler-Fotopress / picture alliance

Die Polizei hat in Frankfurt am Main einen jungen Mann festgenommen, der Männer über die Datingplattform Lovoo in eine Falle gelockt und anschließend bedroht und ausgeraubt haben soll. Laut der Staatsanwaltschaft war der 23-Jährige Teil einer Gruppe, seine Taten soll er gemeinsam mit weiteren Verdächtigen begangen haben. Die Gruppe habe ihre Opfer unter anderem gewaltsam zu Bargeldabhebungen an Geldautomaten gezwungen, heißt es.

Die insgesamt vier identifizierten Beschuldigten der Gruppe im Alter zwischen 20 und 25 Jahren sollen sich demnach auf Lovoo als junge, meist noch minderjährige Frauen ausgegeben haben. Als »Lena« und »Jana« sollen sie persönliche Treffen mit ihren Opfern ausgemacht haben. Bei den Treffen bedrohten sie die getäuschten Männer und beraubten sie. Teils kam es auch zu körperlicher Gewalt. Mit dieser Masche sollen sie mehrere Hundert Euro Bargeld sowie ein Mobiltelefon erbeutet haben.

Den Angaben zufolge fotografierte die Gruppe mitunter auch Ausweisdokumente von Geschädigten ab, in Kombination mit der Drohung, Chatverläufe zu veröffentlichen. Mindestens zwei Männer sollen die Verdächtigen damit konfrontiert haben, sich angeblich mit einer Minderjährigen zum Sex verabredet zu haben.

Eine altbekannte Masche

Dem bereits am 15. Juli festgenommenen 23 Jahre alten Mann werden insgesamt vier Taten zwischen Januar und Juni dieses Jahres vorgeworfen. Mitte Juli wurden zudem vier Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dabei seien Datenträger sichergestellt worden, die nun ausgewertet würden. Der 23-Jährige sitzt nun in Untersuchungshaft.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die Dunkelziffer weiterer Opfer deutlich höher liegen könnte als bislang bekannt. Sie bittet mögliche Geschädigte , sich bei der Polizei zu melden.

Tatsächlich kommt es immer wieder vor, dass Dating-App-Profile von Kriminellen als Köder eingesetzt werden. Im Herbst 2024 zum Beispiel wurde ein Fall aus Darmstadt bekannt , der dem Frankfurter Fall ähnelt. Damals wurden der »Hessenschau« zufolge zehn Verdächtige festgenommen, fünf der Männer zwischen 17 und 19 Jahren kamen in Untersuchungshaft.

mbö/dpa