Game Bytes: Darth Vader besucht die Sturmtruppen - DER SPIEGEL
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Game Bytes Darth Vader besucht die Sturmtruppen

In regelmäßigen Abständen werden wir bei SPIEGEL ONLINE in Zukunft über Aktuelles und Kurioses aus der Gamer-Szene und den Labors der Spieleindustrie berichten. In den ersten Game Bytes: Darth Vader besucht besonders eifrige imperiale Sturmtruppen, Mario bekommt einen eigenen Stern und Neues von der Game Developers Conference.
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Es ist nicht leicht, ein galaktischer Stormtrooper zu sein. Darth Vaders Sturmtruppen, das sind die Jungs mit den weißen Froschgesichtern aus Plastik. Die, die immer als erstes in zwei Teile gelichtsäbelt werden. Keine besonders beliebte Rolle im Onlinespiel "Star Wars Galaxies" (SWG), aber einige Hardcore-Fans nehmen die Aufgabe ganz besonders ernst, das Lichtschwertfutter der dunklen Seite zu sein.

Die "Alpha Company"  etwa ist eine Gruppe von ernsten Onlinespielern, die sich, in voller Sturmtruppenmontur, regelmäßig im Netz trifft, um zu exerzieren und zu patroullieren. Das mag Nichteingeweihten seltsam, gar bedenklich erscheinen, für die Betreiber von SWG sind solche Fans die Butter aufs Brot - besonders jetzt, da der phänomenale Erfolg von World of Warcraft viele Spieler aus anderen Onlinegames abzieht.

"Verdammt, bin ich neidisch"

Beim SWG-Betreiber Sony Online Entertainment hat man sich deshalb für die Paramilitärs von der Alpha Company etwas ganz besonderes einfallen lassen: Darth Vader wurde persönlich vorbeigeschickt , um die Truppen zu besuchen. Der Fürst der Finsternis entstieg seinem Schiff, lobte die Disziplin, rief noch mal auf, jeden Widerstand im Keim zu ersticken und entschwand dann wieder. "Verdammt, bin ich neidisch", kommentierte ein Teilnehmer des Gamer Forums "The Corporation"  diese bizarre Form von Kundenbindung.

Noch größere Ehre wurde Nintendos Maskottchen Mario zuteil. Gemeinsam mit anderen Größen des digitalen Entertainments bekam er jetzt seinen eigenen Stern auf dem "Walk of Game" in einem Einkaufszentrum in San Francisco. Nicht ganz so glamourös wie Hollywoods "Walk of Fame", aber immerhin. Neben dem Pixelklempner wurden auch Atari-Gründer Nolan Bushnell und Superstar Shigeru Miyamoto mit einer Plakette im Fußboden geehrt.

"Schön, wenn die Leute auf einem herumtrampeln"

Miyamoto erfand Donkey Kong und Mario, Bushnell ist unter anderem dafür berühmt, dass seine Mitarbeiter in den Siebzigern unter Drogeneinfluss "Pong"-Maschinen zusammenschraubten. "Es macht immer Spaß, wenn die Leute auf einem herumtrampeln können", kommentierte Bushnell die Auszeichnung.

Eröffnet wurde der "Walk of Game" im Rahmen der Game Developers Conference (GDC) , bei der seit Montag Entwickler und Industrieverteter über die Zukunft ihres Mediums debattieren. In einem Festvortrag zum im Rahmen der GDC stattfindenden "Serious Games Summit" erklärte Branchenveteran Ralph Koster, warum Game-Entwickler den Schlüssel zur Rettung der Menschheit in der Hand haben.

"Wenn man keine Bibliothek von Wahrnehmungsmustern hat, kann mein einen Apfel nicht von Abflussreiniger unterscheiden", sagte der kreative Kopf hinter SWG laut dem Weblog "Wonderland" . "Spaß ist die Rückmeldung des Gehirns beim erfolgreichen Lernen eines Musters. Wir brauchen Muster, sonst sterben wir. Wir glauben, Spaß ist etwas leichtfertiges. Aber ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass Spaß nicht leichtfertig ist, sondern ein elementarer Teil der menschlichen Natur und notwendig zum Überleben. Was wir also machen, ist, die Menschheit vor der Ausrottung zu bewahren."

Wer sich also dabei ertappt, in eine Flasche Abflussreiniger beißen zu wollen, sollte sicherheitshalber schnell den PC anwerfen und eine Runde Mustererkennung trainieren - vielleicht mit "Pac Man", da geht es auch um Obst.

Rechtssicherheit in "World of Warcraft"?

Keine Chance mehr zum Überleben hat "Littleox", ein Zwergenpriester aus World of Warcraft (WoW), dessen online-Turnübungen  die Spielleiter offenbar erzürnten. Mit Cleverness und einem im Spiel angelegten Schwebezauber hatte er sich an einen Ort in der Spielwelt gemogelt, der eigentlich noch gar nicht zugänglich sein soll. Einige Bereiche in dem Online-Rollenspiel werden wohl erst dann erreichbar sein, wenn genügend Charaktere ein bestimmtes Niveau erreicht haben - Zuwiderhandlungen werden bestraft, wie Littleox feststellen musste. Sein Fall hat in der Community eine Debatte über Rechtssicherheit in Online-Welten ausgelöst.

Obwohl Littleox online herzzerreißend seine Unschuld beteuerte , wurde sein Zugang zum Spiel gelöscht - man verdächtigte ihn wohl des Betruges. "Ich verdiene nicht, was Sie mir angetan haben", schrieb er dem WoW-Betreiber, Blizzard Entertainment. "Ich hoffe, Sie tun das nicht auch anderen an. Ich hoffe, Sie behandeln die anderen wie Menschen und nicht wie Kriminelle. Leb wohl, Littleox, Zwergenpriester Level 44. Ruhe in Frieden. Seltsam, dass mich das so traurig macht. Irgendwie war er mir ans Herz gewachsen."

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