Game Bytes Warum Spielerinnen an Konsolen lecken
Das große Rätseln hat begonnen. Noch ein bisschen mehr als einen Monat dauert es, bis die Electronic Entertainment Expo (E3) in Los Angeles beginnt, und schon ein paar Tage vorher wollen die großen Konsolenhersteller die nächste Generation von Spielmaschinen enthüllen. Microsofts nächste Xbox, die nun wohl tatsächlich "360" heißen wird, soll am 12. und 13. Mai bei MTV vorgestellt werden.
Sony wird seinen Playstation2-Nachfolger voraussichtlich am 16. Mai präsentieren . Zu vermuten ist, dass auch Nintendos "Revolution" genannte Next-Generation-Konsole kurz vor dem offiziellen Beginn der E3 vorgeführt werden wird. Den besten und bissigsten Kommentar zum Konsolenwettrennen liefern die Karikaturisten von Penny Arcade . Hat Jesus wirklich "Halo 2" gespielt?
"Ein geschmeidiges, silbernes Gerät"
Weil Gamer ungeduldige Menschen sind, und das alles noch so lange dauert, schießen mittlerweile Gerüchte und Spekulationen ins Kraut, tatsächlich oder vermeintlich Durchgesickertes schwappt durch die Webseiten der Community. Der Gameblog "Kotaku" hat schon länger ein paar Informationen aus dunklen Quellen über das zu erwartende Design der nächsten Xbox: "Unsere Quelle in Kalifornien sagt, die Konsole ist ein geschmeidiges, silbernes Gerät, das sich gut auf der Anrichte macht und in einem eingesaugten Design daherkommt, das die Ecken und Kanten der originalen Xbox in Krümmungen und Kurven verwandelt. Das Gerät wird auch aufrecht auf einer Seite stehen können, so wie die Playstation 2."
Auch Eurogamer , ein britisches Game-Magazin, will von einer Quelle in England erfahren haben, dass das Gerät aussieht, "als würde es seine Wangen einsaugen" und entweder silbern oder weiß sein soll. Microsoft selbst heizt die Gerüchteküche offenbar mit einer viralen Marketingkampagne an - zugeben will man das allerdings bislang nicht. Ourcolony.net ist ein verrätseltes Onlinespiel, in dem Teams gegeneinander antreten sollen. Diverse Hinweise - etwa ein T-Shirt, das Xbox-Mastermind J Allard kürzlich bei der Game Developers Conference trug - lassen aber keinen anderen Schluss zu, als dass Ourcolony einen Xbox-Countdown darstellt.
Passwort-Service fürs virale Marketing
Erste Erfolge wurden mit ein paar Bildschnipseln belohnt, die zusammengepuzzelt einen kleinen Ausschnitt aus einem weißen Game-Controller ergeben. Microsoft hatte schon mit seiner viralen Kampagne "ilovebees", einer Art online und offline abgehaltener Schnitzeljagd, einen Überraschungserfolg erzielt. Mit der Kampagne war damals "Halo 2" beworben worden. Ein kleiner Service für SPIEGEL-ONLINE-Leser: Das Passwort für die Ourcolony-Startseite ist "play".
Über das Aussehen von Nintendos "Revolution" spekuliert man bei Aussie-Nintendo . Die Betreiber der Fanseite haben den Entwurf eines flachen, schwarz-silbernen Geräts aufgetrieben, das mit einem Controller ausgestattet ist, der auch den Winkel messen soll, in dem er gehalten wird. "Keine Angst, das ist nicht echt", entwarnen die Australier aber gleich wieder. Trotzdem schick.
Aber nicht nur die Fans, auch die Weisen und Mächtigen der Finanzwelt sind inzwischen scharf auf Insider-Informationen über die neuen Spielmaschinen. Wie "Forbes" berichtet, tippen die Analysten von Goldman Sachs darauf, dass der Xbox-Nachfolger "im Oktober oder November im Einzelhandel erhältlich sein wird, für einen Preis von etwa 249 bis 299 Dollar". Bis Jahresende, schätzen die Marktexperten von Goldman Sachs, soll das neue Gerät drei Millionen mal verkauft worden sein. Ähnliche Voraussagen machen auch die Analysten von TerraNova Institutional, wie GameSpot berichtet . Für die PS3 sind die Analysten weniger optimistisch: Sie werde wohl in den USA nicht vor Mitte des nächsten Jahres zu bekommen sein.
Einen stärker spielerischen Zugang zur Hardware finden offenbar die erstarkenden weiblichen US-Gamer. Den Anfang machte eine gewisse Hatsumi die dafür inzwischen mit einer eigenen Kolumne im Gameblog RedAssedBaboon belohnt wurde. Das Foto der an einer PSP leckenden Dame löste einen wahrhaftigen Trend aus. Weitere Bloggerinnen und weibliche Fans begannen Fotos von Hardware-zärtlichkeiten ins Netz zu stellen, Beispiele hier und hier . Eine weitere Gamerin wurde mit ihrer Mobilkonsole noch intimer .
"ClockworkGrue" kommentierte auf der Gamerinnen-Seite GameGirlAdvance : "Warum sollte die Welt nicht lernen, Leute, die Games spielen, als spielerische, sexy Kreaturen wahrzunehmen?" Das findet man offenbar auch beim japanischen Modelabel Koei: Dort gibt es schon eine PSP-Hülle mit Extrafach für den Lippenstift.
ClockworkGrues Wort in Gottes Ohr, aber ob das wirklich gesund ist? Oder wird Hatsumi gar für ihre flinke Zunge bezahlt? Ein Schelm, wer Schlechtes dabei denkt.