Gamers Corner Das neue Evangelium nach Lucas
Seit fast 20 Jahren mischt Filmregisseur George Lucas ("Star Wars") auch im Computerspiel-Business mit. Aus der kalifornischen Softwareschmiede auf der berühmten Skywalker-Ranch kamen Meilensteine wie "Monkey Island", "X-Wing" oder "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug".
LucasArts brachte dabei Titel für nur jedes erdenkliche System heraus, vom Heimcomputer bis hin zu exotischen Spielkonsolen. Diese Strategie brachte die Firma fast an den Rand des Ruins, bis sich LucasArts Anfang der neunziger Jahre mit seiner Produkt-Palette auf den PC einschoss. Natürlich kamen immer wieder auch Spiele für andere Plattformen heraus, doch meist waren dies Umsetzungen vom PC, oder der Titel wurde später auch für den PC herausgebracht.
Letztes Jahr kam jedoch eine Hiobsbotschaft für alle "Star Wars"-Freunde, die PCs besaßen: Das auf dem letzten Kinofilm "Episode I: Die dunkle Bedrohung" basierende Action-Adventure "Obi-Wan" sollte nur noch für eine nicht näher benannte Konsole erscheinen. Heute wissen wir: Der Titel kommt für die Xbox, zunächst jedenfalls. Eine Kehrtwende in der Firmenpolitik bedeutete das nicht.
Mehr PC-Titel
Denn kurz danach wurden zwei neue PC-Titel angekündigt: "Star Wars Galaxies" soll ein so genanntes "Massively Multiplayer Online Roleplaying Game" werden, ein Internet-Rollenspiel, an dem gleichzeitig Tausende Mitspieler teilnehmen können. Als Entwicklungshilfe akzeptieren die in internet-technischer Hinsicht noch nie sonderlich bewanderten Programmierer eine Zusammenarbeit mit Sony Online Entertainment - die arbeiten zusammen mit Verant an dem beliebten Online-Rollenspiel "Everquest". LucasArts ist scheinbar derartig von seinem Produkt überzeugt, dass schon eine Zusatz-CD angekündigt wurde.
Für den zweiten Streich sicherte sich LucasArts eine Kooperation mit den Ensemble Studios, die ihrerseits für die sehr erfolgreiche "Age of Empires"-Strategiereihe bei Microsoft verantwortlich zeichnen. Der Titel des Gemeinschaftsprojekts: "Star Wars Galactic Battlegrounds".
Hier hofften die Kalifornier, im Echtzeit-Strategiegenre Fuß fassen zu können. Die bisherigen Versuche wie "Force Commander" blieben kläglich erfolglos. An einem weiteren Rollenspiel "Star Wars: Knights of the Old Republic" basteln die Lucas-Jünger zusammen mit dem Spezialisten Bioware, in dessen Portfolio "Baldur's Gate" steht. Dieses Rollenspiel hatte den Wiederaufstieg des Genres begründet.
Erst auf der E3 in Los Angeles, der größten Computerspielmesse der Welt, enthüllte LucasArts das nächste PC-Projekt mit Namen "Star Wars Jedi Outcast", dem zweiten Teil des Actionspiels "Jedi Knight", einem der ruhmreicheren Kapitel in der Firmengeschichte.
Galaktische Konsolenpläne
Die übrigen Projekte teilen sich auf alle drei Next-Generation-Konsolen auf: Außer "Obi-Wan" für die Xbox bedienen die Programmierer die PlayStation 2 mit "Star Wars Racer Revenge". In "Star Wars Racer Revenge", dem Nachfolger des Rennspiels "Racer", nimmt der Spieler an Pod-Rennen teil, wie aus dem Film "Episode Eins" bekannt.
Das noch nicht erhältliche Nintendo-Gerät Game Cube wird mit "Star Wars Rogue Leader" bedacht - auch das der dritte Teil einer Reihe. LucasArts verlässt sich also auf Bewährtes, alle Produkte sind entweder Nachfolger von erfolgreichen Titeln oder werden mit der Hilfe von Firmen entwickelt, die ebenfalls schon einiges vorzuweisen haben. Und ebenfalls auffällig: Alle Titel quetschen die "Star Wars"-Lizenz bis zum Gehtnichtmehr aus - was erst mal für ein Rummel um den in nicht allzu ferner Zukunft herauskommenden Film "Episode 2" gemacht werden wird?