Gefängnis für verkaufte Rechenzeit auf Supercomputer - DER SPIEGEL
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Server-Knacker Rechenzeit auf anderer Leute Supercomputer angeboten

Ein US-Gericht hat einen Hacker zu einer 18-monatigen Gefängnisstrafe verurteilt, weil er sich Zugriff auf Supercomputer verschafft hatte und Rechenzeit auf den Hochleistungs-Rechnern im Netz verkaufen wollte. Das Problem: einer seiner Kunden war ein FBI-Agent.
Supercomputer Cray XE6: Ein Krimineller bot online Zugang an
Supercomputer Cray XE6: Ein Krimineller bot online Zugang an

Supercomputer Cray XE6: Ein Krimineller bot online Zugang an

Foto: Lawrence Berkeley Nat'l Lab/ Roy Kaltschmidt
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Ein Mann aus dem US-Bundesstaat Pennsylvania muss für anderthalb Jahre ins Gefängnis, weil er sich illegal Zugriff auf Supercomputer verschafft hatte. Der 24-jährige Hacker installierte den Gerichtsakten zufolge  Trojaner auf verschiedenen Computern, um sich Administratorrechte zu verschaffen. Im Zeitraum zwischen 2008 und 2011 habe er mehrere Rechner in Massachusetts und anderen Staaten mit Backdoor-Viren infiziert. Zusammen mit seinen Komplizen soll er den Zugriff auf die befallenen Computer in Online-Chats zum Verkauf angeboten haben.

Die Hacker infiltrierten vor allem leistungsfähige Rechenzentren, die von der Regierung genutzt wurden, aber auch kommerziell genutzte Netzwerke, darunter offenbar auch Rechenzentren von American Express, Yahoo, Google, Adobe und Wordpress. Zudem sollen die Täter sich Zugriff auf zwei Supercomputer der Forschungseinrichtung "Lawrence Livermore Laboratory" in Kalifornien verschafft haben.

Bereits im August dieses Jahres ist der Hacker des Computerbetrugs und verbrecherischer Verschwörung schuldig gesprochen worden. Laut "Wired"  war der Hacker von einem Undcercover-Agenten des Federal Bureau of Investigation (FBI) auf frischer Tat ertappt worden. Während eines Online-Chats soll der Hacker dem Agenten angeboten haben, ihm für 50.000 Dollar (etwa 36.000 Euro) die Zugangsdaten für einen "root"-Zugriff auf die Supercomputer des National Energy Research Scientific Computing Center (NERSC) zu verschaffen. NERSC forschen Wissenschaftler unter anderem im Auftrag des US-Ministeriums für Energie. Einen Teil der Rechenaufgaben übernimmt der Supercomputer "Hopper", ein Cray XE6,  der vor drei Jahren auf Platz 5 der weltweit schnellsten Rechner landete. Den Gerichtsakten zufolge hat sich der Angeklagte nicht direkt auf die Supercomputer eingewählt, sondern sich Zugang über eine Universität in Japan, die Harvard University und die University of California verschafft.

Um zu testen, ob der Hacker die Wahrheit sagt, hatten die Beamten für mehr als 2000 Dollar (knapp 1500 Euro) eine Liste mit Login-Daten bestellt. Daraufhin soll der Angeklagte den FBI-Agenten eine Datenbank mit Tausenden Nutzerdaten eines Internet-Providers gesendet haben und außerdem die Zugangsdaten zur Website der Pizzakette Domino's.

jbr

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