Geheimdienst-Skandal: Pornoseiten angesteuert - DER SPIEGEL
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Geheimdienst-Skandal Pornoseiten angesteuert

Nicht nur, dass er streng geheime Dokumente auf seinen Heimcomputer kopiert haben soll - jetzt wird Ex-CIA-Chef John Deutch auch noch vorgeworfen, von seinem Computer aus seien pornografische Internet-Seiten besucht worden.
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Washington - Was sein Vorgänger da alles getrieben haben soll, dazu will CIA-Direktor George Tenet lieber nichts sagen. Auf Vorwürfe, John Deutch sei mit streng geheimen Dokumenten äußerst leichtfertig umgegangen, verweigerte Tenet vor einem Senatsausschuss jegliche Stellungnahme. "Ich will und ich kann das nicht kommentieren".

Der jährliche Geheimdienstbericht wird da schon konkreter. Demnach soll Deutch, der vom Mai 1995 bis Dezember 1996 die CIA leitete, streng geheime Dokumente mit nach Hause genommen und auf dem heimischen, nicht als sicher eingestuften Computer bearbeitet haben.

Doch damit nicht genug: Von demselben Rechner aus sollen auch, so der Bericht, "äußerst gefährliche" und pornografische Internet-Seiten angesteuert worden sein. Experten befürchten, dass während der Ausflüge ins Internet die geheimen Dokumente auf der Festplatte ausgespäht werden konnten.

Zwar gebe es keine Hinweise darauf, dass Deutch selbst die Pornoseiten besucht habe. Anderen Menschen Zugang zu einem Rechner mit geheimen Informationen zu geben, dürfte den Geheimdienst allerdings nicht weniger beunruhigen.

Wie die "New York Times" meldet, kritisiert der Geheimdienstbericht zudem das Vorgehen der CIA in diesem Fall. Offensichtlich hat die Behörde wenig Energie in die Aufklärung der Vorgänge rund um ihren früheren Chef gesteckt.

Neben den brisanten Dokumenten, die sich unter anderem mit vom US-Präsident genehmigten Geheimoperationen befassen, soll auf Deutchs Rechner auch die E-Mail eines früheren russischen Wissenschaftlers gefunden worden sein. Eine Antwort-Mail des Ex-CIA-Chefs existiert dagegen nicht.

Es gebe, so Tenet vor dem Senatsausschuss, keine Hinweise darauf, dass die geheimen Dateien in fremde Hände gelangt sein könnten. Dass niemand von außen auf die Dokumente zugegriffen habe, könne er allerdings auch nicht versichern.