Geheimer Chatroom Schmutzige Witze in der CIA
Die Central Intelligence Agency (CIA)
- auch als "die Firma" bekannt - gilt als einer der mächtigsten Geheimdienste der Welt. Die Schlapphüte aus Langley im Bundesstaat Virginia operieren weltweit, um die Interessen der USA mit weniger feinen Mitteln durchsetzten. So trugen sie nachweislich zum Sturz des für den Westen unbequemen iranischen Ministerpräsidenten Mohammad Mossadegh im Jahr 1953 bei .
Ob das Weiße Haus immer über das Treiben der Nachrichtendienstler informiert ist, ist unklar. Allzu häufig hat es den Anschein, dass die CIA seit ihrer Gründung 1947 ein kaum kontrollierbares Eigenleben entwickelt hat. Die erst vor kurzem aufgeflogene Operation zur Irankrise von 1953 belegt, dass zumindest Präsident Dwight D. Eisenhower zeitweise nicht wusste, was "die Firma" trieb.
Bislang unbekannte Mitarbeiter nahmen sich die CIA-Politik - "Es muss nicht jeder wissen, was wir tun" - offenbar zu Herzen und setzten sie auch hausintern um. Ein harter Arbeitsalltag mit weltweiten Intrigen, Desinformationen, Regimestürzen und dem Beschaffen von brisanten Informationen verlangt nach Abwechslung. Ein zwangloser Schwatz unter Kollegen kann die Tristesse erheblich auflockern.
Die kommunikationsfreudigen Mitarbeiter richteten kurzerhand im "Firmennetzwerk" einen geheimen und nicht genehmigten Chatroom ein. Unter anderem wurden dort der neueste Klatsch und "politisch inkorrekte Witze" ausgetauscht, gestand nun CIA-Sprecher Bill Harlow ein. Doch er stelle gleichzeitig klar, dass weder Pornografie noch geheime Daten geflossen seien. Nach Harlows Angaben stand die virtuelle Plauderecke nur eingeladenen Agenten offen. Einzig ein kleiner erlauchter Kreis dürfte den Chatroom betreten. Wenn ein neues Mitglied aufgenommen werden sollte, stimmten die bisherigen Nutznießer darüber ab.
"Das Problem besteht darin, dass dieser Missbrauch der Regierungscomputer vor den Systemadministratoren verborgen bleiben sollte", so Harlow. Nach der Entdeckung des Chatrooms werde nun gegen 160 Mitarbeiter ermittelt. Wahrscheinlich hätten die Initiatoren einfach nur prüfen wollen, ob es ihnen gelingt, ihre Idee geheim zu halten, schätzt Harlow.
Wenn das wirklich die Intention gewesen sein sollte, dann kann man nur sagen: Prüfung bestanden. Zwischen fünf und zehn Jahren bestand der Chatroom - ohne dass es den Systemadministratoren der CIA auffiel.