Geklonte Haustiere Lang lebe Waldi 2
San Francisco - Im Internet bietet die in Texas ansässige Firma "Genetic Savings and Clone (GSC)" das Klonen von Tieren an. Allerdings nur von Rindern. Und da Kälber sicherlich liebenswerte Züge haben, aber nur von wenigen als Haustier gehalten werden, will man die Aktivitäten in Kürze auf in diesem Sinne lukrativere Tierarten ausdehnen: Zuerst Hunde, dann Katzen und irgendwann einmal alles, was sich so als Haustier zum Liebhaben eignet.
Alles gewissenlose Geldmacherei? - Auf seinen Internetseiten widmet das Unternehmens auch den ethischen Grundsätzen eine Seite. Dort heißt es, die Forschung diene nicht der Entwicklung neuer Waffen, und vor allem versuche man doch nur, den Menschen in den schweren Stunden zu helfen. Wer dann immer noch Zweifel an den hehren Zielen des Unternehmens haben sollte, wird spätestens mit der Rubrik "Häufig gestellten Fragen" überzeugt. Dort findet man die richtigen Antworten zu Fragen wie: "Ist es nicht so, als würde man Gott spielen?" (Antwort: Nein), "Tut es den Tieren nicht weh, geklont zu werden?" (Nein) und "Können Sie irgendwelche Garantien geben?" (auch Nein). Als besonderes Feature können registrierte Kunden via Webcam, die Konsole des Cryotanks, in dem die DNS ihres Lieblings bei minus 196 Grad Celsius gelagert wird, Tag und Nacht beobachten.
Das Unternehmen entstand als Ableger des Missyplicity Projekts . Durch das wird versucht, "Missy", den Hund eines anonymen, in der San Francisco Bay Gegend ansässigen Milliardärs zu klonen. "Missy" ist nämlich inzwischen in die Jahre gekommen, und sein Besitzer kann sich nicht vorstellen, ohne sie zu leben. 2,3 Millionen Dollar lässt es sich der Hundeliebhaber kosten, bald mit einer frischen "Missy" Gassi gehen zu können.
Gendatenbank für bedrohte Tiere geplant
Zu diesem Zweck wurden in über 20 hündische Leihmütter geklonte Embryos eingepflanzt. Bisher blieben die Versuche jedoch ohne Erfolg, keine der Hündinnen konnte Missy 2.0 produzieren. "Wir haben derzeit noch keine echten Schwangerschaften", sagte Mark Westhusin, Leiter der Missyplicity Projekts und Mitbegründer der GSC. "Es lässt sich schwer vorhersagen, wie lange es noch dauern wird". Allerdings rechne man mit den ersten Erfolgen in drei bis 12 Monaten.
Bis es so weit ist, versuchen Westhusin und seine Kollegen mit der Lagerung der DNS ein Geschäft zu machen. Ihren Angaben zufolge haben sich bereits in den ersten drei Tagen so viele Interessenten gemeldet, dass die Firma in den nächsten drei Monaten ausgebucht sei. Gerüchten zufolge sollen sich unter den Interessenten auch berühmte Zeitgenossen befinden: Liz Taylor soll sich eine Kopie ihres Terriers "Sugar" wünschen, und auch der Rap-Sänger Snoop Doggy Dogg möchte angeblich seiner Sammlung von Rottweilern noch ein paar identische Stücke hinzufügen. "Es ist erstaunlich, wie verrückt die Leute nach ihrem Haustier sind", sagte Lou Hawthorne, Direktor von GSC.
Für 1000 Dollar plus 65 Dollar für den Abholservice lagert GSC die DNS des Tiers. Für das Klonen verlangt GSC derzeit noch stattliche 250.000 Dollar.
In Kürze will GSC auch eine Gen-Datenbank für wertvolle oder seltene Tierarten anbieten. Zusätzlich plant das Unternehmen einen Non-Profit-Zweig, um die DNS von bedrohten Tierarten zu erhalten.