Sicherheitslücke Android-Geräte posaunen W-Lan-Daten aus
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Foto: LEON NEAL/ AFPVerbraucherschützer in den USA warnen vor einer Sicherheitslücke im Google-Betriebssystem Android. Einem Bericht der Electronic Frontier Foundation (EFF) zufolge plaudern Google-Smartphones die Namen aller W-Lan-Netzwerke aus, mit denen sie in der Vergangenheit schon einmal verbunden waren. Wenn das Smartphone im Standby-Modus schlummert bestehe ein "hohes Risiko, dass es deinen Ortsdaten-Verlauf an jeden sendet, der in W-Lan-Reichweite ist und mitlesen will", heißt es in dem Bericht der EFF.
Betroffen sind demnach alle Android-Geräte, die nicht älter sind als drei Jahre. Besonders kritisch sei, dass die Namen der Netzwerke unverschlüsselt gesendet werden. Daraus würden sich in einigen Fällen recht genaue Schlüsse auf die Aufenthaltsorte des Smartphone-Besitzers ziehen lassen. Beispielsweise wenn W-Lan-Bezeichnungen wie "Pauls Heimnetzwerk" oder "Hotspot Flughafen München" in der Liste gespeichert sind.
Der Grund für das eigentümlich offenherzige Verhalten der Telefone ist eigentlich, dass auf diese Weise die Daten-Flatrate des Nutzers geschont und der Energieverbrauch des Handys reduziert werden soll. Die als "Preferred Network Offload" (PNO) bezeichnete Funktion soll dafür sorgen, dass sich das Mobiltelefon wann immer möglich mit einem bekannten W-Lan verbindet. Indem es dabei die Daten bekannter Netzwerke ausstrahlt, soll der Verbindungsaufbau beschleunigt werden. Laut EFF ist diese Funktion mit der Android-Version 3.1 "Honeycomb" eingeführt worden.
"Wir nehmen die Sicherheit der Ortsdaten unserer Nutzer sehr ernst und wir freuen uns, frühzeitig auf mögliche Sicherheitslücken aufmerksam gemacht zu werden", teilte der Google der EFF mit. Außerdem stellte der Konzern bereits einen Patch bereit, der die Sicherheitslücke ausmerzen soll. Doch warnt die EFF, es werde wohl einige Zeit dauern, bis die neue Software von den Handyherstellern an deren Kunden ausgeliefert werde.
Bis dahin könne man den betroffenen Smartphones ihre Offenheit möglicherweise abgewöhnen, indem man in den erweiterten W-Lan-Einstellungen die Funktion "Wi-Fi im Standby-Modus aktiviert lassen" abschaltet. Bei mindestens einem Gerät, mit dem die EFF dieses Vorgehen getestet hat, half allerdings auch das nicht.