Google Blogger protestieren gegen Löschkampagne
Google-Zentrale: Musikblogs gelöscht
Foto: JUSTIN SULLIVAN/ AFPDas ging daneben: Google-Manager Rick Klau räumt im Firmenblog ein, dass bei der Tochter Blogger etwas schiefgelaufen ist. "Wir haben einen Fall entdeckt, in dem Blogger nicht über Beschwerden benachrichtigt wurden, bevor wir ihr Blog gelöscht haben."
Damit bestätigt Google zum Teil eine Geschichte, die im Netz für Empörung sorgt: Google löschte mehrere Musikblogs (darunter Living Ears, I Rock Cleveland, Pop Tarts, Masala,To Die By Your Side, It's a Rap) mit der Begründung, die Betreiber hätten wiederholt gegen das Urheberrecht verstoßen.
Einige der Betroffenen protestieren lautstark: Bill Lipold, der Autor hinter Rock Cleveland zum Beispiel, erklärt im " Guardian ": "Ich versichere, dass ich alle Musikstücke, die ich in den vergangenen zwei Jahren veröffentlicht habe, entweder von den PR-Agenturen, den Plattenfirmen oder den Künstlern direkt zu diesem Zweck erhalten habe."
In Googles Hilfeforum zählt Lipold eine Reihe von Fällen aus den vergangenen Jahren auf, wo vermeintliche Rechteinhaber seine Seite bei Google angeschwärzt haben, obwohl er die dort veröffentlichen Stücke laut eigener Aussage als Promo-Material zu diesem Zweck erhalten hatte.
Ähnlich äußert sich einer der Autoren des Musikblogs Masala im "Guardian": Man habe einmal einen Hinweis auf Urheberrechtsverstöße erhalten, aber darin sei kein Titel benannt gewesen. Auf eine Rückfrage, welcher Artikel nun das beanstandete Material enthalte, sei keine Reaktion gekommen. Dann wurde der Blog gelöscht, der sich mit ausgefallenen Musik-Genres wie südafrikanischem Electro, japanischem Dancehall und HipHop aus dem Senegal beschäftigte.
Immerhin, Masala ist als einziges der gelöschten Blogs wieder online - da hat Google offenbar noch einmal genauer geprüft, nachdem die Löschung öffentlich wurde und Wellen schlug.