Google Chrome: Leichter Zugang zu Nutzer-Passwörtern - DER SPIEGEL
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Chrome-Browser Experten beklagen Lücken in Googles Passwortverwaltung

Googles Chrome kann dem Anwender Arbeit abnehmen, indem er dessen Passwörter speichert. Die allerdings, sind ohne Mühe für Fremde einsehbar. Der Internetkonzern verteidigt seine Strategie als eine Maßnahme für mehr Sicherheit.
Google Chrome: Passwortlisten nicht gesichert
Google Chrome: Passwortlisten nicht gesichert

Google Chrome: Passwortlisten nicht gesichert

Foto: Jens Büttner/ picture-alliance/ ZB
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Kein Mensch merkt sich alle Passwörter, mit denen er sich bei sozialen Netzwerken, Foren, seiner Bank oder sonstigen Webseiten anmeldet. Praktischerweise übernimmt der Browser diese Arbeit. Damit niemand anderes Zugriff auf diese vertraulichen Daten erhält, kann die im Browser gespeicherte Passwortliste zumindest beim Mozilla-Browser Firefox mit einem Master-Passwort geschützt werden.

Bei Google Chrome ist das nicht möglich. Mit der Folge, dass jeder, der Zugang zum Computer hat, die Daten einsehen kann. Dafür genügt es, in Chrome das Menü Einstellungen und dann Erweiterte Einstellungen anzeigen aufzurufen. Unter dem Eintrag Passwörter und Formulare bekommt man dann die Möglichkeit, sich per Klick auf Gespeicherte Passwörter verwalten, eine Liste aller in Chrome gespeicherten Passwörter anzeigen zu lassen.

Dabei werden die jeweilige Internetadresse, der Benutzername und - nach einem weiteren Mausklick - auch das Passwort im Klartext angezeigt. Alternativ lässt sich diese Liste auch aufrufen, indem man chrome://settings/passwords in die Adressleiste des Browsers tippt.

Wie der "Guardian" berichtet, hat Chrome-Chefentwickler Justin Schuh gesagt, ihm sei dieses Vorgehen bekannt, es gebe jedoch keine Pläne, an der Passwortverwaltung etwas zu ändern . Eine Aussage, die Web-Erfinder Tim Berners-Lee  als "enttäuschend" bezeichnete.

Der Software-Entwickler Elliot Kember , der auf die Schwachstelle aufmerksam gemacht hatte, ist über Googles laxe Haltung ebenfalls erstaunt. Die überwältigende Mehrheit der potentiellen Nutzer sei sich nicht darüber im Klaren, wie einfach es sei, ihre Passwörter einzusehen: "Jeden Tag speichern Millionen von Nutzern ihre Passwörter in Chrome. Das ist nicht in Ordnung."

Laut Justin Schuh  ist der Wunsch, in Chrome ein Master-Passwort vergeben zu können, wiederholt an das Chrome-Entwicklerteam herangetragen worden. Schuh jedoch, erteilt solchen Forderungen eine klare Absage: "Wir glauben nicht, dass dergleichen funktioniert. Wir wollen den Nutzern keine falsche Sicherheit vorgaukeln und damit ein riskantes Verhalten unterstützen. Wir wollen klarstellen, dass jemand, dem man Zugang zu seinem Betriebssystem-Account gibt, an alles herankommen kann."

meu