Netzwelt-Ticker Google geht gegen YouTube-Ripper vor
Google und YouTube auf dem Bildschirm: Auf die Anwälte könnte viel Arbeit zukommen
Foto: Patrick Pleul/ dpaInternetdienste wie YouTube-MP3.org oder Music-Clips.net ermöglichen ihren Nutzern, ungefragt Video-Inhalte mitzuschneiden - ohne eine Erlaubnis vom Inhaber einzuholen.
Mit Hilfe dieser Angebote können Nutzer die Tonspuren aus Video-Clips extrahieren und die Audiofiles dann auf ihre Festplatte herunterladen. Darauf reagiert jetzt offenbar YouTube-Mutter Google, weil diese Praxis gegen die Geschäftsbedingungen der Video-Plattform verstößt. Die Betreiber der genannten Dienste bekamen Post von Google-Anwälten , in der sie unter Fristsetzung von sieben Tagen aufgefordert werden, diese Praktiken einzustellen und auch künftig zu unterlassen.
YouTube bietet Entwicklern schon seit langem eine Schnittstelle mit Zugang zu einer Reihe von Features an. Die sind zwar kostenlos, dürfen aber auch nicht ohne weiteres zu eigenen Zwecken verwendet werden. Google zufolge würden allein über den Anbieter YouTube-MP3 täglich 1,3 Millionen User auf das YouTube-Angebot zugreifen. Das Unternehmen selbst soll erklärt haben, "zig Millionen Menschen" hätten sein Angebot bereits genutzt, und die Zahl der weltweiten Nutzer ähnlicher Dienste liege bei 200 Millionen.
Wie die Google-Anwälte unter Verweis auf die YouTube-Geschäftsbedingungen erklärt hätten, seien Dienste verboten, die das Herunterladen von Inhalten anstelle von Streamen ermöglichen. Es sei ebenfalls nicht erlaubt, "Bestandteile von irgendeinem audiovisuellen YouTube-Inhalt zu separieren, isolieren oder zu verändern", zitiert "TorrentFreak" aus dem Schreiben . Sollten die Adressaten ihren Service nicht einstellen, könne dies zu "rechtlichen Konsequenzen" führen.
So groß die Nutzerzahl der MP3-Ripper ist, so unübersichtlich ist auch das Feld der Anbieter. Auf Googles Anwälte könnte viel Arbeit zukommen, denn es gibt viele solcher Werkzeuge. Manche scheinen es sogar auf juristische Scharmützel ankommen lassen zu wollen. YouTube-MP3 hat sich zumindest schon geweigert, Googles Aufforderung Folge zu leisten, sondern im Gegenteil einen Hilferuf veröffentlicht . Darin werden die Nutzer des Dienstes aufgerufen, Beschwerde-E-Mails an die Google-Anwälte oder direkt an YouTube zu senden und auch auf ihren Blogs oder Facebook-Seiten darüber zu schreiben.
Kritik an den Kartenplänen von Google und Apple
Noch fliegen keine Drohnen mit dem Logo der großen Internetkonzerne über Amerikas Städte, aber Anlass zu Sorge ist gegeben. Das jedenfalls meint der New Yorker Senator Charles Schumer, der für die Demokraten im Senat sitzt. In einem offenen Brief an Apple und Google äußerte der Politiker die Sorge, die nächste Generation der fliegenden Kameras werde dermaßen detailliertes Bildmaterial liefern, dass sowohl die Privatsphäre der Bürger als auch die nationale Sicherheit bedroht sein könnten. Mit der zur Verfügung stehenden Technologie seien die Karten-Macher imstande, buchstäblich durch Fenster und in Hinterhöfe zu gucken. "Ein Sonnenbad im Garten sollte nicht zu einer öffentlichen Veranstaltung werden", so der Senator.
Apple und Google müssten im Vorfeld die Städte informieren , bevor sie mit der Datenerfassung beginnen. Und einzelne Personen müssten automatisch durch Verpixelung unkenntlich gemacht werden.
Auch das noch:
- Elf Neue bei Wikipedia . Die Vergabe-Aktion für neue Internetadressen ist erfolgreich über die Bühne gegangen, auch die Online-Enzyklopädie Wikipedia konnte sich einige zusätzliche Domains sichern. Dazu gehören Adressen wie voyagewiki.com oder wikiholiday.org. Ob die Lexikon-Macher ins Reisegeschäft einsteigen wollen?
- LG gibt Tablet-Entwicklung auf . Noch zu Jahresbeginn wollten die Koreaner den Flachrechner-Markt mit ihrem Optimus Pad aufmischen, nun wird die Tablet-Sparte wieder eingestellt. Man wolle sich auf den Smartphone-Bereich konzentrieren - und nein, mit Microsofts gerade vorgestellten Windows-8-Tablets "Surface" habe die Entscheidung nichts zu tun.
- E-Book-Umsatz in den USA überflügelt Print-Verkauf . Auf dem amerikanischen Buchmarkt wurde im ersten Quartal 2012 mehr Umsatz mit Digitalbüchern gemacht als mit den Druckausgaben. Nicht mitfreuen kann sich Verleger Barnes and Noble, dessen E-Reader Nook schwächelt . Während die Digitalbuchbranche um 28 Prozent wuchs, schrumpften die Verkäufe fürs hauseigene Gerät um 11 Prozent.
- Facebook lässt App-Entwickler echtes Geld kassieren . Nicht mehr nur Credits, sondern richtiges Geld dürfen App-Entwickler fürs weltgrößte Social Network nun verdienen. Laut "TechCrunch" richtet sich das Angebot vor allem an Spielehersteller und Medien.