Google Glass Britische Kinos wollen Nutzer von Datenbrillen aussperren
Google-Nutzer mit Datenbrillen (auf der I/O-Konferenz): Das Gadget lieber nicht ins Kino mitnehmen
Foto: Elijah Nouvelage / REUTERSWer Googles Datenbrille trägt, fällt auf, denn die ist selten - schließlich kostet sie umgerechnet happige 1250 Euro. Trotz des Preises macht ihre Kamera Video-Aufnahmen mit bescheidenen 720 Bildzeilen. Zudem leuchtet sie bei jeder Aufnahme und schaltet sich nach 45 Minuten automatisch aus. Zum Mitschneiden von Kinofilmen ist Google Glass also nicht besonders gut geeignet.
Dennoch zeigen sich britische Kinobetreiber besorgt, weil das Hightech-Gadget jetzt auch in Großbritannien erhältlich ist. Die meisten wollen das seit Kurzem erhältliche Gerät sogar ganz aus ihren Filmtheatern verbannen, berichtet die Zeitung "The Independent" .
"Wir werden die Besucher bitten, diese Brillen nicht im Saal zu tragen, unabhängig davon, ob ein Film läuft oder nicht," lässt sich Phil Clapp, der Vorsitzende des britischen Filmtheater-Verbands CEA zitieren. Damit sind die Briten sogar noch vorsichtiger als die Vertreter einer US-Kinokette, die immerhin das Tragen der Datenbrille erlaubt, "bis das Licht ausgeht". So viel Entgegenkommen will den Early Adoptern im Vereinigten Königreich nur die Kinokette "Vue Cinemas" in ihren 80 Häusern zeigen.
Tarnen, Täuschen, Zusammenarbeiten
Und wenn sich keiner an das Verbot hält? Viele Betreiber von Kinos hätten ihre Mitarbeiter bereits geschult, "Glass-Piraten" zu erkennen: Sie sitzen oft in der Mitte des Saals und versuchen sich abzuschirmen, indem sie links und rechts neben sich Komplizen sitzen haben. Manche sollen sogar so weit gehen, dass sie kleine Kinder mitnehmen, um unauffälliger zu sein, so "The Independent". Um die 45-Minuten-Aufnahme-Beschränkung zu umgehen, könnten sich mehrere Nutzer mit mehreren Brillen zusammentun.
Man sollte meinen, dass abgefilmte Piratenware keine nennenswerte Rolle mehr spielt in Zeiten, in denen Tauschbörsen voll sind von Filmen und Serien, die von DVDs und Blu-rays kopiert wurden. Doch laut "The Independent" wurden 90 Prozent der raubkopierten Filme im Internet in Kinos von der Leinwand abgefilmt. Wie aktuell diese Zahl ist, darüber schweigt die Zeitung.