Cyber-Angriff Hacker sollen US-Spionagedaten erbeutet haben
Google-Zentrale in New York: Angriff von chinesischen Hackern
Foto: ? Andrew Kelly / ReutersIn den USA machen erneut Online-Attacken aus China Schlagzeilen. Erst am Sonntag berichtete die "New York Times" , chinesische Hacker würden wieder verstärkt US-Ziele angreifen. Nun folgte eine ähnlich beunruhigende Nachricht: Nach Recherchen der "Washington Post" hatte eine bereits länger zurückliegende Cyber-Attacke drastischere Auswirkungen als bislang bekannt.
Beim sogenannten Google-Hack, der im Januar 2010 publik wurde , könnten dem Bericht zufolge Daten gestohlen worden sein, die Rückschlüsse auf US-Überwachungsaktionen zulassen. Die chinesischen Hacker sollen sich demnach Zugang zu einer Datenbank verschafft haben, die Infos zu Tausenden gerichtlichen Anordnungen enthielt , mit denen Überwachungsmaßnahmen bewilligt wurden.
Für Angreifer am interessantesten dürften dabei die Anordnungen eines Bundesgerichts sein, das die Überwachung von ausländischen Zielpersonen bewilligt, etwa von Diplomaten oder Spionen. Auch diese Informationen sollen sich in der Datenbank befunden haben. Ausländischen Geheimdiensten könnten diese eigentlich geheimen Daten etwa Hinweise dazu liefern, ob ihre Spione von US-Behörden überwacht werden.
Den unerwünschten Zugriff auf die Datenbank haben laut "Washington Post" derzeitige wie ehemalige Regierungsmitarbeiter bestätigt, unter der Bedingung, anonym zu bleiben. Welche Daten die Hacker dabei exakt erbeutet haben, ist laut der Zeitung bislang allerdings nicht bekannt. Google und das FBI haben den Artikel nicht kommentiert.