Google Street View: Hack zaubert Dschungel in die Städte - DER SPIEGEL
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Street View in Grün Klicken Sie sich durch den Großstadtdschungel

Willkommen in der Wildnis: Der Hack eines Schweden verfremdet die Stadtansichten aus Googles Kartendienst Street View im Stil von Postapokalypse-Filmen. Bislang ist der Trip ins Grüne allerdings nur per Chrome-Browser möglich.
Screenshot aus dem Hack: Dschungel rund ums Brandenburger Tor
Screenshot aus dem Hack: Dschungel rund ums Brandenburger Tor

Screenshot aus dem Hack: Dschungel rund ums Brandenburger Tor

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburgs Innenstadt, von Schlingpflanzen überwuchert. Londons Doppeldeckerbusse, inmitten einer grünen Oase. Der Eiffelturm, in einem lichten Wäldchen. Die Webseite Inear.se  zeigt die Welt im Stil von Postapokalypse-Filmen und -Spielen wie "The Last of Us". Dabei verfremdet die Seite Bilder aus Googles Kartendienst Street View, indem sie die Stadtansichten mit reichlich Grün überwuchert darstellt.

Die Startseite von "Urban Jungle Street View"  bietet New York, San Francisco und Stockholm als Einstiegspunkte, per Suchfunktion lassen sich aber auch viele andere Städte vom Dschungelfieber anstecken. Pegman, die kleine gelbe Figur, die bei Google die Verfügbarkeit von Street-View-Bildern signalisiert, trägt hier passend einen Lederhut im "Crocodile-Dundee"-Stil.

Ansonsten funktioniert die Anwendung, wie man es vom offiziellen Street View gewöhnt ist: Der Nutzer zieht die Figur mit der Maus auf die Stelle, die er anschauen möchte. "Hoffentlich gibt's da keine Schlangen", sagt Pegman noch, dann kann die Expedition losgehen.

Derzeit nur für Chrome-Nutzer interessant

Das Ganze ist ein Hack, ein Experiment: Die Pflanzen sehen nicht wirklich realistisch aus, die Navigationspfeile - im echten Street View sind es weiße Straßenmarkierungen - wirken wie grob gehauene Steinklötze. Wirklich vernünftig funktioniert "Urban Jungle Street View" derzeit auch nur in Googles Browser Chrome.

Hinter dem Projekt steckt der Schwede Einar Öberg, der gern mit der Programmierschnittstelle Google Maps API spielt. Er weiß allerdings, dass dies nur in sehr engen Grenzen erlaubt ist. Über seinen Dschungel-Hack schreibt Öberg auf Twitter, er breche die Google-Nutzerbestimmungen, "als gäbe es kein Morgen" . Er erwarte deshalb, dass der Suchmaschinen-Gigant jederzeit den Stecker ziehen würde.

In Stockholm arbeitet Öberg für die Agentur North Kingdom, von der auch die süchtigmachende Lego-Bastelei "Build with Chrome" stammt. Öbergs Projekt steht in der Tradition anderer Street-View-Hacks: Vor ihm experimentierte zum Beispiel schon die niederländische Werbeagentur Pool Worldwide mit den Aufnahmen des Kartendiensts. Ihren vordergründig auf den Schock- und damit Werbeeffekt angelegten First-Person-Shooter-Hack  nahm Google im Dezember 2011 kurzerhand aus dem Netz.

abr