Google testet Same-Day-Delivery - DER SPIEGEL
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Einzelhandel Google testet Lieferung am ersten Tag

Während Amazon zur Produktsuchmaschine wird, orientiert sich Google ein Stück weit in Richtung Online-Versand: In den USA testet der Konzern derzeit Möglichkeiten, Einzelhändler beim Verschicken von Waren zu unterstützen.
Google-Logo, Radfahrer: Testlauf mit Lieferservice
Google-Logo, Radfahrer: Testlauf mit Lieferservice

Google-Logo, Radfahrer: Testlauf mit Lieferservice

Foto: CHRISTIAN HARTMANN/ REUTERS
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Mountain View - Heute bestellt und am selben Tag ausgeliefert - diesen schnellen Lieferservice erprobt Google seit einiger Zeit gemeinsam mit Händlern. Das Projekt mit dem Namen "Google Shopping Express" soll lokalen Einzelhändlern in den USA Hilfestellung beim Online-Verkauf und der Zustellung am selben Tag bieten. Die Warenauslieferung erfolgt dabei weder über Google noch den jeweiligen Anbieter, vielmehr organisiert Google die benötigten Kurierdienste von dritter Seite. Der aktuelle Testbetrieb laufe seit mindestens einem Monat im Großraum San Francisco, so ein Insider laut der Nachrichtenagentur Reuters .

Der zuständige Projektleiter sei ein leitender Google-Manager mit langjähriger Erfahrung im E-Commerce. Schon seit längerem ist Google dabei, seine lange Zeit auf die Geschäftsfelder Suchmaschinen und Werbung beschränkten Aktivitäten zu erweitern. Der schnell wachsende Bereich E-Commerce bietet sich für ein Online-Unternehmen besonders an. Damit tritt der Konzern allerdings in Konkurrenz zu bereits zwei in der Branche bestens etablierten Unternehmen, Amazon und Ebay. Scot Wingo, Chef des von Ebay unterstützten ChannelAdvisor, das Kaufleuten beim Online-Handel Hilfestellung gibt, wird mit der Einschätzung zitiert: "Google muss ein Marktplatz werden. Dies ist ein weiterer Schritt."

In den vergangenen Jahren hat Amazon sein Geschäft durch die Aufnahme von Drittanbietern erheblich ausgeweitet. Dies habe dazu geführt, dass Kaufinteressenten auf der Suche nach bestimmten Artikeln immer seltener Googles Suchmaschine befragen würden und sich anstelle dessen gleich bei Amazon umsähen, so Reuters. Während Amazon mittlerweile weltweit mit einer Vielzahl von Logistikzentren vertreten sei, werde Google wahrscheinlich einen anderen Weg gehen und auf die kostenträchtige Errichtung eigener Vertriebsstandorte verzichten. Stattdessen solle ein Netzwerk aus lokalen Einzelhändlern gebildet werden, die wie kleine Logistikzentren arbeiten würden, so Wingo.

Tatsächlich sind erste Meldungen über einen Google-eigenen Postversand schon im vergangenen Jahr aufgetaucht. Die "New York Times" berichtete im Oktober 2012 von einem nichtöffentlichen Test, bei dem Google-Angestellte vom Computer oder Smartphone aus Bestellungen aufgaben und am selben Tage zugestellt bekamen. Schon damals war es offensichtlich, dass der Konzern keine eigenen Warenmagazine oder Versanddienste aufbauen wollte. Vielmehr wurden mehrere Einzelhändler aus San Francisco eingebunden, darunter auch größere Filialisten. Das Modell könne besonders für vom E-Commerce bedrohte Ladengeschäfte die Rettung bedeuten, so die "New York Times" .

meu/Reuters