Googlemail: Googles Maildienst mit Problemen in China - DER SPIEGEL
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E-Mail-Dienst Gmail möglicherweise in China blockiert

Der Zugang zu Googles E-Mail-Dienst Gmail ist in China nach Angaben von Nutzern gesperrt worden. Der Nachrichtenverkehr war am Freitag stark zurückgegangen. Am Samstag kam er fast völlig zum Erliegen.
Gmail-Logo (Archivbild): Zugriffsprobleme in China
Gmail-Logo (Archivbild): Zugriffsprobleme in China

Gmail-Logo (Archivbild): Zugriffsprobleme in China

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa
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Möglicherweise wird Googles E-Mail-Dienst Gmail in China blockiert. Eins von diversen Indizien dafür ist eine Statistik auf GreatFire.org , einer Seite, die chinesische Webzensur dokumentiert. Die Statisik zeigt, dass es seit Samstag Probleme mit dem Online-Angebot zu geben scheint. Ob es sich dabei um eine Blockade handelt, bleibt jedoch offen - die orangefarbenen im Störungskalender deuten auf widersprüchliche Angaben hin.

Aus von Google veröffentlichten Traffic-Daten  geht hervor, dass der Datenverkehr aus China zu Gmail am Freitag drastisch zurückgegangen ist. Am Samstag hat es dann nahezu gar keinen Datenaustausch mehr gegeben, am Montag zumindest ein wenig. Ein Unternehmenssprecher sagte, man habe das Angebot überprüft und auf der Google-Seite keine technischen Probleme finden können.

Internetnutzer aus China berichteten am Wochenende, dass sich der Dienst nicht einmal mehr über Smartphone-Apps erreichen lasse, was zuvor noch funktionierte: Lediglich über VPN-Tunnel scheine Gmail zu funktionieren. Die Internet-Analysefirma Dyn Research teilte per Twitter mit , China habe den Zugang zu Gmail über Hongkong blockiert.

Immer wieder Zugriffsprobleme

Die Nachrichtenagentur AP meldet, der Zugriff aus China sei tatsächlich blockiert worden. Hintergrund seien die Bemühungen der chinesischen Regierung, den Zugang zu Google-Diensten zu erschweren oder gar zu sperren. Die Dienste seien bei Chinesen beliebt, die der Überwachung der Regierung entgehen wollen. Eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums sagte AP allerdings, sie wüsste nichts von einer Blockade des Dienstes.

Vor dem 25. Jahrestag des Pekinger Massakers im Juni war in China erstmals der Zugang zu allen Google-Diensten wie Suche, Gmail, Maps und der Fotoplattform Picasa gesperrt worden. Google zog sich 2010 aus China zurück, um sich nicht selbst zensieren zu müssen. Seitdem wurden Nutzer automatisch auf die Suchseite in Hongkong umgeleitet.

Viele in Europa und in den USA populäre Netzwerke wie Facebook, Twitter und YouTube werden in China blockiert. Betroffen sind zum Teil auch Websites von Menschenrechtsorganisationen und ausländische Medien wie die "New York Times" oder das Nachrichtenangebot von Bloomberg. Bei den Google-Diensten hatte es laut GreatFire.org in letzter Zeit immer wieder Zugriffsprobleme gegeben.

mbö/dpa/AP/Reuters