Kamerahersteller GoPro will eigene Drohnen bauen
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Foto: Julian Stratenschulte/ dpaDer Actionkamera-Hersteller GoPro erweitert seine Angebotspalette. Wie Unternehmenschef Nick Woodman am Mittwoch auf der amerikanischen Code Conference sagte, sollen binnen zwölf Monaten zwei neue Produkte auf den Markt kommen. Sie sollen GoPro helfen, in die Geschäftsbereiche Virtuelle Realität (VR) und Drohnen vorzudringen .
Zum einen handelt es sich um eine Halterung in Würfel-Form, die sechs GoPro-Kameras trägt. Diese Geräte vom Typ Hero4 nehmen aus verschiedenen Richtungen gleichzeitig hochauflösende Fotos oder Videoclips auf. Mithilfe der firmeneigenen Bearbeitungssoftware Kolor kann das Material zusammengefügt werden, um hochaufgelöste sphärische Bilder zu erzeugen. Die Aufnahmen können dann für Anwendungen mit virtueller Realität (VR) eingesetzt werden.
Zur Betrachtung der Motivsequenzen bieten sich VR-Datenbrillen wie die Oculus Rift und Googles Cardboard an. Doch selbst wer keine dieser VR-Brillen besitzt, hat eine Chance, das Material zu sehen. Auf PC und Smartphones erleben Interessenten mithilfe der Kolor-App oder YouTubes 360-Grad-Modus ebenfalls einen Rundumblick.
Eigene Drohne geplant
Auf der Konferenz gab Woodman außerdem einen Ausblick auf ein weiteres Produkt, eine Drohne. Dieses Gerät sei so etwas wie das ultimative Zubehörteil, so der GoPro-Chef. Den von vier Propellern angetriebenen Quadcopter soll man für Luftaufnahmen nutzen können.
Hersteller, die bislang GoPro-kompatible Drohnen anbieten, dürfte diese Produktankündigung nicht unbedingt freuen. Doch auch wenn GoPro an hauseigenen Komplettlösungen arbeite, wolle das Unternehmen seine Kooperation mit anderen Drohnenherstellern fortsetzen, so das Tech-Magazin "Re/code".
Die Produktion eigener Drohnen sei ein folgerichtiger Schritt, kommentiert das Online-Magazin "Cnet" die Nachricht . Schon jetzt würden regelmäßig mit GoPro-Kameras ausgerüstete Drohnen aufsteigen, um Fotos und Videoclips für Immobilienunternehmen zu machen oder Filmsequenzen für Kinofilme aufzunehmen.
Die Preise sind noch unbekannt
Zu welchem Preis die neuen Geräte angeboten werden sollen, hat Woodman nicht verraten. Während das Rundum-Kamerasystem noch 2015 eingeführt werden soll, ist der Verkauf der Drohne für das erste Halbjahr 2016 geplant.
Dass GoPro es eilig hat, sein Sortiment zu verbreitern, liegt möglicherweise auch daran, dass dem Unternehmen auf seinem Geschäftsfeld prominente Konkurrenz droht: Im Januar hatte Apple Analysten mit einer Patentanmeldung in helle Aufregung versetzt. Das Patent bezieht sich auf Kameras, die an Fahrradhelmen und Taucherbrillen befestigt werden und vor allem bei sportlichen Aktivitäten eingesetzt werden sollen. Daraufhin war der GoPro-Aktienkurs zwischenzeitlich um bis zu 15 Prozent eingebrochen.