Grimme Online: Von engagiert bis Entertainment - DER SPIEGEL
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Grimme Online Von engagiert bis Entertainment

Die Nominierten für den Grimme Online Award, Deutschlands bekanntesten Internetpreis, stehen fest. In diesem Jahr zeigt die Jury Mut zum Entertainment, zudem geht der Trend klar zu eigenständigen Web-Gewächsen. Über den Publikumspreis können die Web-Nutzer ab heute abstimmen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Es gibt Aufgaben, die will man gar nicht haben: In diesem Jahr wühlte sich die Auswahljury zum Grimme Online Award durch stolze 1300 Webseiten-Vorschläge, aus denen sie 22 auswählte. Aus dieser kleinen Zahl nominierter Webseiten wählt eine weitere Jury dann Deutschlands beste Angebote aus, die am 2. Juni in Köln mit dem renommierten Grimme Online Award ausgezeichnet werden.

Dominierten in den ersten Jahren des Awards sowohl bei den Nominierungen als auch bei den Preisträgern Angebote aus dem Kosmos der Fernsehsender, beweist die Grimme-Jury seit zwei Jahren mehr Mut zum Blick über den Tellerrand und dokumentiert damit, dass sie das Internet zunehmend als eigenständiges Bildschirmmedium begreift. Multimedialität ist noch immer ein Bonus, um in den Kreis der Auserwählten vorzustoßen, aber entscheidend sind inzwischen klar inhaltliche Kriterien.

Was sich am Feld der Nominierten ablesen lässt. Dort finden sich in diesem Jahr ambitionierte, engagierte Angebote wie das Forum "Mut gegen rechte Gewalt", aber auch unterhaltende Angebote wie das Podcast "Küchenradio" sowie das Do-it-Yourself-Fernsehen von "Ehrensenf". Aus der professionellen Verlagslandschaft ist "jetzt.de" nominiert, das Jugendmagazin der "Süddeutschen Zeitung", aus der "Presse von unten" die Blogs "Wortfeld" und "Spreeblick". Erneut nominiert wurde auch der "Tonspion", Deutschlands bekanntestes Angebot für legale, kostenlose Musikdownloads (und ganz viel redaktionelle Inhalte dazu).

Doch auch, wenn originelle, eigenständige Web-Eigengewächse zwischen Entertainment und Engagement ungewohnt stark vertreten seien, stellten diese doch nach wie vor die große Ausnahme in der Web-Landschaft dar, glaubt Friedrich Hagedorn vom Grimme Institut. Hagedorn: "Dies verwundert umso mehr, als die Tools zur Erstellung innovativer Netzauftritte stärker verbreitet sind als je zuvor."

Es geht also um die Auszeichnung von Perlen, aber so soll das ja auch sein. Der Online-Preis wird in den Kategorien Information, Wissen und Bildung sowie Kultur und Unterhaltung vergeben. Hier entscheidet eine Fachjury. Dazu gibt es einen von Intel gesponsorten Publikumspreis, über den in freier Internet-Abstimmung die Internetnutzer selbst bestimmen. Die Abstimmung beginnt heute unter der Adresse www.grimme-online-award.de .

SPIEGEL ONLINE gehörte im letzten Jahr zu den mit dem Grimme Online Award ausgezeichneten Angeboten.

pat/AP/ddp