Hacker-Attacke Die Opec vom Web gefegt
Ein Hacker hat am Mittwoch die Internetseite der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) geknackt, und das Öl-Kartell mit unmissverständlichen Worten zum Senken der Rohöl-Preise aufgefordert.
In Form eines Graffito verewigte sich der Hacker mit deutlichen Worten auf der Eingangsseite des Opec-Servers: "Ich denke, ich spreche für alle da draußen, wenn ich zu euch Typen sage, dass ihr bei den Rohöl-Preisen in die Gänge kommen müsst", schrieb der Hacker. "Wir müssen uns auf die armen Länder konzentrieren, die nicht einmal genügend Geld für Aspirin haben, geschweige denn für unverschämt teures Heizöl."
Der Hacker fuhr fort: "Ich denke, dass Kinderleben wichtiger sind als eure Profite." Der Hacker unterzeichnete mit dem Namen "Fluxnyne".
Am späten Nachmittag verschwand die Opec-Seite völlig aus dem Web. Ping- und Trace-Route-Anfragen endeten an einem Wiener Netzknotenpunkt: Der Server der Opec steht in Wien. Über die Ursachen kann man letztlich nur spekulieren: Als Erklärung dafür kommen ein Serverausfall vor Ort, eine gewollte Abschaltung des Servers oder aber eine massive Hacker-Attacke in Frage. Möglich wäre auch ein überdurchschnittlicher Besucheransturm, verursacht etwa durch das Bekanntwerden des Opec-Hack. Auch die bekannten Denial-of-Service-Attacken äußern sich genau so: Durch die gezielt herbeigeführte Überlastung eines Webservers verschwindet dieser im virtuellen Nirwana.
Gegen 18.20 Uhr endete der Ausfall, gegen 18.35 Uhr war die Website wieder verschwunden. Die Opec hat das Verschwinden der Website bisher nicht kommentiert.
Die Opec hatte am Wochenende angekündigt, ihre Rohöl- Produktion um drei Prozent zu erhöhen. Damit soll eine Senkung der Ölpreise erzielt werden, die nahe ihrer Zehnjahres-Höchststände liegen.