"Rickmote"-Controller Hacker kapert Googles Chromecast
Google Chromecast: Feindliche Übernahme per W-Lan-Trick
Einen 30-Euro-Bastelcomputer vom Typ Raspberry Pi und ein wenig Software, mehr brauchte Sicherheitsexperte Dan Petro nicht, um Googles Streaming-Adapter Chromecast zu kapern. Im Blog seines Arbeitgebers, einer amerikanischen IT-Sicherheitsfirma, beschreibt der Techniker sein Vorgehen, als wäre es ein Kinderspiel.
Mithilfe seiner "Rickmote" genannten Konstruktion würde er den Chromecast einfach aus dem W-Lan werfen. In einer solchen Situation würde der Chromecast "Befehle von jedermann in seiner Umgebung akzeptieren ". Und eben die sendet sein "Rickmote"und verschafft sich so Zugriff auf den Streaming-Stick und damit auf den Fernseher. In Tradition des alten Internet-Scherzes "Rickrolling" spielte der gekaperte Fernseher daraufhin Rick Astleys Achtzigerjahre-Hit "Never Gonna Give You Up" ab.
Petro erklärt seine Vorgehensweise in einem 20-minütigem YouTube-Video . Darin stellt er auch klar, dass es keineswegs ein Versäumnis von Googles Entwicklern ist, das ihm den unerlaubten Zugriff ermöglicht. Vielmehr gibt es im W-Lan-Standard ein Protokoll zur Abmeldung von Geräten aus dem lokalen Funknetz. Das entsprechende Kommando wird unverschlüsselt gesendet, kann also auch von Geräten gesendet werden, die gar nicht im selben W-Lan angemeldet sind. Üblicherweise verbinden sich die Geräte dann einfach wieder mit dem Netzwerk. Der Chromecast wird durch das Kommando jedoch in seinen Konfigurationsmodus zurückversetzt. An dieser Stelle können Hacker ansetzen.
Was das Problem verschärft: Ein derart gehackter Chromecast kann nicht ohne Weiteres wieder in seinen Normalzustand versetzt werden. Auch Aus- und wieder Anschalten würde das Problem nicht beheben, sagt Petro dem "Business Insider" . Der Streaming-Stick würde sich immer weiter mit dem "Rickmote" verbinden und der Rick-Astley-Song würde "ewig abgespielt".
Ohne Weiteres dürfte dieses Problem für Google nicht zu lösen sein, so die Einschätzung von "TechCrunch". Glücklicherweise sei Petros "Rickmote" bislang nur ein Einzelstück. Allerdings hat der Entwickler die zu dessen Programmierung benötigten Quellcodes bereits veröffentlicht. Eine ausführliche Anleitung zum Bau eines "Rickmote" will er Anfang August auf der Hackerkonferenz Black Hat vorstellen.