Hacker Mitnick Justiz verhängt Rede- und Schreibverbot
Die Haftauflagen waren schon vorher streng: Mitnick, 36, seit Januar auf freiem Fuß, darf nicht bei einer Computerfirma arbeiten und auch sonst keinen Rechner oder Mobiltelefon anrühren. Dabei ist Computerwissen sein einziges Kapital.
Die Regeln werden strikt ausgelegt: Jetzt darf er nicht mal mehr mit Schreiben Geld verdienen. Sein Bewährungshelfer habe ihm eine Verfügung übergeben, derzufolge er nicht mehr als Autor arbeiten dürfe, sagte Mitnick dem Online-Magazin "Computer Channel" . Seit Januar hatte er unter anderem für das "Time Magazine" und die britische Zeitung "The Guardian" geschrieben.
Auch Redeverbot habe man ihm erteilt, meldet der Online-Dienst "Zdnet" . Danach hat ein Bundesrichter Mitnick untersagt, auf der Konferenz "Net Trends 2000: Die digitale Revolution" der Utah Information Technologies Association (UITA) zu sprechen. Grund: Die geplante Teilnahme an einer dort stattfindenden Podiums-Diskussion verstoße gegen die Bewährungsauflagen.
Mitnick sieht in den Verboten einen klaren Verstoß gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung und will sich dagegen zur Wehr setzen.
Der Hacker war vor seiner Verhaftung immer wieder in Rechner großer US-Firmen eingedrungen. Auch die Computer des Pentagon hatte er geknackt. Dafür verbrachte er fünf Jahre im Gefängnis.