Google, Facebook und Co. Zombie-PC-Netzwerk erbeutet Millionen Passwörter
Datenumleitung über die Niederlande: Die Angreifer haben ihren wahren Aufenthaltsort verschleiert
Foto: TrustwaveUnbekannte haben Millionen Zugangsdaten zu populären Webseiten wie Facebook, Google, LinkedIn, Twitter und Yahoo erbeutet. Wie das IT-Sicherheitsunternehmen Trustwave mitteilte , haben sich die Cyber-Kriminellen mit Hilfe des sogenannten Pony-Botnets Zugriff zu den vertraulichen Daten verschafft. Insgesamt seien im Rahmen des breit angelegten Angriffs 1,6 Millionen Passwörter zu Webseiten, Login-Daten für 320.000 E-Mail-Accounts sowie Zehntausende Zugangsdaten zu anderen vertraulichen Diensten gestohlen worden.
Die Server der Anbieter der jeweiligen Dienste waren dabei nicht das Ziel der Angreifer. "Auch wenn es sich hier um die Profile von Online-Diensten handelt, ist das nicht das Ergebnis irgendwelcher Sicherheitslücken in den Netzwerken der genannten Unternehmen", erklärte eine Trustwave-Sprecherin gegenüber "Mashable" . Vielmehr hätten die Unbekannten auf den Rechnern der Betroffenen unbemerkt eine Schadsoftware installiert, die einerseits nach gespeicherten Passwörtern sucht, und außerdem jeden Tastaturanschlag aufzeichnet und an die Kriminellen weiterleitet.
Überdies seien die gestohlenen Zugangsdaten nach jetzigem Kenntnisstand noch nicht an die Öffentlichkeit gelangt. Die Trustwave-Techniker waren dem Datenklau auf die Spur gekommen, als sie einen der Kontrollserver entdeckten, von denen aus das Pony-Botnet gesteuert wurde. Über die Hälfte der betroffenen Profile (57 Prozent) gehörten zu Facebook, gefolgt von Yahoo (zehn Prozent), Google (neun Prozent) und Twitter (drei Prozent). Facebook teilte mit, man habe die Nutzer der gestohlenen Daten bereits informiert und dazu aufgefordert, ihr Passwort zu ändern.
Bei der Analyse der betroffenen Passwörter stellte sich einmal mehr eine erschreckende Sorglosigkeit der Nutzer heraus. Nur in 17 Prozent der Fälle habe es sich um ausreichend komplexe, also sichere Zeichenkombinationen gehandelt. Beinahe die Hälfte wurde als mittelmäßig sicher eingestuft, sechs Prozent bewerteten die Experten als "grausam" schlecht. Wie bei ähnlichen Erhebungen zuvor zeigte sich, dass die häufigsten Passwörter aus Zahlenfolgen von 1 bis 9 und Begriffen wie "password" oder "admin" bestehen, die Nutzer meist aus Faulheit wählen. Nur fünf Prozent der von Trustwave sichergestellten Passwörter wurden als sehr sicher bewertet.
Pony-Botnets, so die Experten von Trustwave, verbreiten sich derzeit besonders schnell, weil der Quellcode der Software frei verfügbar geworden ist. Im Internet sind derzeit mehrere voneinander unabhängige Versionen des Botnets im Auftrag von Kriminellen aktiv, so "T3n" .