Hackerin verhaftet: GigaBytes Ende - DER SPIEGEL
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Hackerin verhaftet GigaBytes Ende

Fast vier Jahre lang war sie die wohl prominenteste Hackerin der Welt, jetzt wurde sie erwischt: die belgische "Häckse" GigaByte. Ihr droht sogar Gefängnis.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Cyberia ist kein Land für moderne Robin Hoods. Ein wenig so hat sich GigaByte in ihrer Laufbahn als "Häckse" und "Virii" wohl immer verstanden: Weltweit bekannt wurde sie nicht nur, weil sie per PC-Virus bewies, dass auch Frauen hacken können. Auch ihre Viren selbst waren oft anders: So schickte sie dem Schädling "Yaha" ihren "YahaSux" hinterher, um diesen von den Festplatten zu putzen. Weil sie aber Viren auch als praktische Mahnungen für mehr IT-Sicherheit versteht, knabberten auch ihre Schöpfungen kräftig an den befallenen PCs.

In der realen Welt ist das mittlerweile überall ein Verbrechen. In Belgien, wo GigaByte lebt, könnte ihr das bis zu drei Jahre Haft und eine Geldstrafe von bis 100.000 Euro einbringen. Für GigaByte ist das nun keine theoretische Drohung mehr, sondern eine konkrete Gefahr: Nach mehr als drei Jahren Fahndung ging die 19-jährige Belgierin am Wochenende ihren Häschern ins Netz.

Dass das irgendwann passieren würde, muss ihr klar gewesen sein. GigaByte gehört zu den bekanntesten Namen unter den Virenschreibern, unterhielt nicht nur eine eigene Homepage, sondern gab auch Interviews, traf sich mit Medienvertretern und machte Anfang letzten Jahres sogar den Versuch, ein internationales Virenschreiber-Treffen zu organisieren. "Wired" widmete ihr und ihrer Romance mit dem Hacker "Nostalg1c" eine romantische Story ("Bonny und Clyde des Cyberspace"). Sie wurde zum Medienliebling, ließ sich immer öfter auch auf direkte Kontakte ein.

Damit exponierte sie sich in einer Szene, in der subversive Geheimniskrämerei eigentlich Pflicht ist. Zu sehr, krittelten ihre Konkurrenten immer, schiele sie auf Öffentlichkeit. GigaByte aber fühlte sich auf einem Kreuzzug gegen die Mär, die Welt der Technik sei nur was für Jungs. In gewisser Weise ist ihr das wohl gelungen.

Jetzt wird sie die Quittung dafür bekommen: Zwar setzte sie die Polizei wieder auf freien Fuß, doch arbeitet die Staatsanwaltschaft schon an einer Klage. Eigentlich, hatte sie im Herbst 2002 durchscheinen lassen, ginge ihre Hack-Zeit mit der Aufnahme eines Informatik-Studiums langsam zu Ende.

So ganz konnte sie es dann allerdings doch nicht lassen. Ihr letztes Virus brachte sie am 22. Dezember in Umlauf: "Quizy" konfrontierte den Nutzer eines befallenen PC mit einem Zehn-Fragen-Quiz zur Weihnacht. Gelang dem Opfer die Beantwortung aller Fragen, erhielt er eine Anleitung zur "Reinigung" des Rechners.

GigaByte veröffentlichte ihre Viren zu "Studienzwecken" über ihre Homepage und schickte sie stets vor Veröffentlichung an diverse IT-Sicherheitsfirmen. Die Homepage wurde mittlerweile vom Netz genommen, kann aber noch in verschiedenen Versionen, die vom April 2000 bis zum Juni 2003 reichen, über das Internet-Archiv abgerufen werden .

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