Noch 300.000 Server betroffen Sicherheitslücke Heartbleed nimmt kein Ende
Bildschirm mit Heartbleed-Logo: Die Lücke gilt als katastrophal
Foto: [M] DPANoch immer sind mehr als 300.000 Internet-Server von der Heartbleed-Sicherheitslücke betroffen, warnt der Sicherheitsexperte Robert Graham nach einem netzweiten Scan. Besonders besorgniserregend ist für ihn, dass sich die Zahl der verwundbaren Systeme seit einem Monat nicht mehr verändert hat : "Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass man nicht einmal mehr versucht, das Problem zu beheben."
In den nächsten zehn Jahren erwarte Graham nur einen leichten Rückgang der Zahl verwundbarer Server, einfach, weil die Hardware nach und nach ausgetauscht würde. "In zehn Jahren wird es noch Tausende Systeme geben, auch kritische, die angreifbar sind."
Heartbleed ist eine besonders schwere Sicherheitslücke in einer ehemals zentralen Sicherheitsfunktion bei der Datenübertragung im Internet. Etwa ein Drittel aller Webserver dürften von ihr betroffen sein.
Experten halten die Lücke für katastrophal
Heartbleed heißt der Angriff auf die "Heartbeat"-Funktion des OpenSSL-Programms, über die zwei miteinander verbundene Server sich gegenseitig mitteilen, dass sie noch aktiv sind. Weil dieser digitale Herzschlag einen geradezu trivialen Programmierfehler enthält, können über ihn Kommunikationsinhalte von mit OpenSSL verschlüsselten Verbindungen abgehört werden.
Diese Sicherheitslücke gilt Experten als katastrophal. Das OpenSSL-Programm, in dem der Fehler auftritt, wird von vielen Webservern und anderer Software zur sicheren Kommunikation im Netz eingesetzt. Wer davon wusste, konnte Anfang April theoretisch an sensible Informationen bei großen Diensten wie Facebook, Yahoo, Google und etlichen anderen gelangen und rückwirkend verschlüsselte Nachrichten entziffern.
Der US-Geheimdienst NSA hat Heartbleed angeblich systematisch ausgenutzt. Die Schwachstelle in der Verschlüsselungssoftware sei dem Geheimdienst seit "mindestens zwei Jahren" bekannt gewesen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider. Die US-Regierung dementierte den Vorwurf .