Umstrittenes Spielzeug Vorsicht, Barbie hört mit
Mattel-Produkt "Hello Barbie": Schon vor dem Verkaufsstart umstritten
Foto: APDie neue "Hello Barbie" kann nicht nur sprechen - sie ist auch ein Gesprächsthema unter Datenschützern. Das liegt daran, dass in die Puppe ein Mikrofon, ein Lautsprecher und eine WLAN-Schnittstelle verbaut wurden. Barbie spricht nicht nur programmierte Sätze, sondern kann angeblich ganze Unterhaltungen mit ihren Besitzern führen.
Eine Mitarbeiterin der Firma Mattel, die die Puppe im Februar auf der Spielwarenmesse in New York erstmals präsentierte, führte eine mögliche Unterhaltung vor : "Was magst du am Liebsten? Essen, Mode oder Sehenswürdigkeiten?", fragt die Puppe. "Essen" antwortet die Mitarbeiterin. "Was isst du am liebsten?", fragt daraufhin die Puppe.
Damit das Gespräch passend vorankommt, zeichnet die Puppe die Antworten der Kinder auf und überträgt sie auf Server des Unternehmens. Die Daten sollen helfen, die Fähigkeiten der mitinstallierten Sprachsoftware zu verbessern, berichtet das Onlinemagazin "The Register" .
Datenschützer empört das, ebenso Unterstützer eines Protestbündnisses namens Kampagne für eine kommerzfreie Kindheit (CCFC). Mit einer Online-Petition will es nun erreichen, dass Hersteller Mattel die Produktion der Puppe stoppt. Rund 2500 Unterzeichner haben sich dieser Forderung bereits angeschlossen.
Die Petitionsmacher fürchten, die Antworten der Kinder könnten zu Marketingzwecken genutzt werden - die Puppe sehen sie als Werbekanal direkt ins Kinderzimmer. "Wenn ich ein kleines Kind hätte, wäre ich sehr darüber besorgt, dass seine vertraulichen Unterhaltungen mit seiner Puppe aufgezeichnet und analysiert werden", sagt Angela Campbell, Juraprofessorin an der Georgetown University in Washington.
Bislang hat Mattel nicht erklärt, was genau das Unternehmen mit den aufgezeichneten Daten vorhat, wie lang sie gespeichert werden und wer Zugriff darauf haben könnte.
Von Mattel Deutschland heißt es auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, in die Puppe sei ein Sicherheitssystem integriert, "das Eltern ermöglicht, zu bestimmen, ob etwas aufgezeichnet wird, oder nicht." Die Sprecherin betont, dass es die Puppe in Europa gar nicht zu kaufen geben wird: "Die Kinder in den USA haben einen völlig anderen Umgang mit Social-Media-Themen. Was in Europa für Empörung sorgen würde, wird dort nicht so kritisch betrachtet."