iBooks: Apple will E-Book mit Amazon-Links nicht verkaufen - DER SPIEGEL
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iBooks Apple will E-Book mit Amazon-Links nicht verkaufen

Apple hat dem Autor Seth Godin die Aufnahme seines E-Book in den eigenen digitalen Buchladen iBooks verweigert. Sein Vergehen: mehrere Links auf Bücher bei Amazon. Godin warnt nun vor einer gefährlichen Entwicklung.
E-Books auf einem iPad: Links auf Amazon unerwünscht
E-Books auf einem iPad: Links auf Amazon unerwünscht

E-Books auf einem iPad: Links auf Amazon unerwünscht

Foto: MARIO TAMA/ AFP
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In seinem E-Book "Stop Stealing Dreams" verlinkt Seth Godin auf andere Bücher, die beim Online-Händler Amazon erhältlich sind. Nachdem Godin sein E-Book zur Aufnahme bei Apple iBooks vorlegte - der Konzern prüft jede Einreichung, sei es eine App, ein Buch, ein Song - erhielt er eine Absage. Apple wies den Antrag mit der Begründung zurück: "Mehrere Links zum Amazon Store, IE Seite 35, David-Weinberger-Link."

"Wer hat die Macht darüber, was in einer Buchhandlung verkauft wird?", fragte Seth Godin jetzt in seinem "The Domino Projekt"-Blog . Eine rhetorische Frage: Traditionelle Buchhandlungen verkaufen auf Anfrage praktisch alles, was eine ISBN-Nummer hat. Kleine und große Buchhandlungen unterscheiden sich nur in dem Angebot, das sie zur Auslage haben.

Im Internet könnte sich das ändern, fürchtet Godin. Weil nur sehr wenige Online-Händler den Buchmarkt im Internet im Griff haben, könnte nach und nach dieses Prinzip der freien Verfügbarkeit von Büchern aufgeweicht werden. Er fordert deshalb: Die Händler sollen sich gefälligst nicht für die Inhalte der E-Books in ihrem Angebot interessieren.

Godin vergleicht die E-Book-Läden mit Angeboten wie YouTube oder der Suchmaschine Bing und fragt, ob diese etwa Inhalte filtern dürften, die auf Angebote der Konkurrenz verweisen.

"The Domino Projekt" ist der Versuch, Bücher ohne traditionelle Verlage zu veröffentlichen. Godin hat sich dazu mit Amazon zusammengetan. Der Online-Händler unterstützt das Vorhaben prominent, bietet nicht nur das E-Book an, sondern liefert auf Wunsch auch gedruckte Ausgaben an Kunden. Mit dem Druck übernimmt Amazon Teile der Aufgaben, die sonst ein klassischer Verlag übernehmen würde.

Weil Godin auf genug Öffentlichkeit durch seinen Namen, den Apple-Vorfall und Amazons Unterstützung hoffen kann, hat er "Stop Stealing Dreams" einfach auf seiner Website veröffentlicht. Lesen lässt sich das E-Book so trotzdem auf Apple-Geräten, das Unternehmen verweigert nur die Aufnahme in den eigenen Shop.

fkn/ore