IFTTT: Die Automatik fürs Internet - DER SPIEGEL
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IFTTT: Das Internet automatisieren

If This Then That Die Automatik fürs Internet

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Fans schwören auf IFTTT. Im Handumdrehen lassen sich über den kostenlosen Internetdienst Websites, Apps und Gadgets so miteinander verknüpfen, dass deren Zusammenspiel erstaunliche Dinge ermöglicht. Wir zeigen, wie es geht.

Wer schon einmal programmiert hat, wird den Titel des Dienstes  auf Anhieb verstehen: IFTTT steht für "If This Then That" und bedeutet "Wenn dies passiert, tu das".

Womit auch fast schon erklärt wäre, was es damit auf sich hat: Auf der Website   oder in der App stellt man Verbindungen zwischen Online-Diensten, Webangeboten und elektronischen Geräten her. Gleichzeitig legt man Regeln fest, wie diese reagieren sollen, wenn bestimmte Ereignisse eintreten. Tausende dieser Wenn-dann-Programme gibt es schon. Eigene anzulegen ist ganz leicht.

Hier ein paar Beispiele:

  • Wenn ein neuer Song mit der Band "Meine Lieblingsband" bei Soundcloud veröffentlicht wird, dann schicke mir eine E-Mail mit dem Link.
  • Wenn die Nasa ein neues Weltraum-Bild veröffentlicht, dann mach es zum Hintergrundbild meines Android-Handys.
  • Wenn der Wetterdienst für eine bestimmte Region und Zeit Regen vorhersagt, dann schicke mir eine SMS mit der Nachricht: "Schirm einpacken."
  • Wenn die ISS über mir fliegt, dann schicke mir einen Hinweis auf meinem Android-Handy.
  • Wenn mein Handy eine SMS mit dem Inhalt "Telefon verloren" empfängt, schalte die Stummschalten-Funktion des Handys aus, damit ich es anrufen und seine Position am Klingeln erkennen kann.
  • Wenn ich das Haus verlasse, dann schalte meine per WLAN vernetzte Deckenlampe aus.

Die so entstehenden Kombination aus Verknüpfungen und Anweisungen werden als Recipes (Rezepte), bezeichnet. Auf der IFTTT-Webseite, in den Apps und in etlichen Blogs werden viele solche Rezepte für allerlei unterschiedliche Anwendungen zum einfachen und sofortigen Gebrauch angeboten.

Grundsätzlich werden sie in zwei Kategorien aufgeteilt: "If" für Wenn-dann-Beziehungen und "Do" zur einmaligen Ausführung einer bestimmten Aktion (zum Beispiel via Knopfdruck in der App oder zu einem bestimmten Termin).

Viele Kombinationsmöglichkeiten

Aber solche Rezepte können auch ganz einfach selbst erstellt werden. Man muss kein Programmierer sein und sich nicht mit Handys, Online-Thermometern oder Dingen wie Geofencing auskennen.

Das ist einer der Gründe, weshalb IFTTT so praktisch ist: Für jeden Webdienst gibt es vorgefertigte Auslöser ("Neues Bild von der NASA") und Aktionen ("Als Handyhintergrund festlegen").

Einige Hersteller von vernetzten Haushaltsgeräten und viel Webdienste bieten eigene IFTTT-Schnittstellen an. Wer zum Beispiel einen Nest-Thermostat hat, kann dessen Messwerte via IFTTT auslesen und ansteuern. Wer bei YouTube, Facebook oder Wordpress ein Benutzerkonto hat, kann es mit IFTTT verbinden.

Unweigerlich kommt man auf eigene Ideen. Die Kombinationsmöglichkeiten sind immens - zumal sich Rezepte auch verketten lassen: "Wenn das Wohnzimmer 21 Grad warm ist, dann schicke eine SMS an mein Handy mit der Botschaft 'zimmerwarm' -> Wenn ich eine SMS mit dem Inhalt 'zimmerwarm' erhalte, dann spiele über die Stereoanlage ein zufälliges Lied mit dem Wort 'Morning' im Titel aus meiner Spotify-Playlist ab."

Sind Sie neugierig geworden? In dieser Bildergalerie zeigen wir, wie man mit ein paar Klicks ein eigenes Rezept erstellt.

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