Ikea auf der Cebit: Wohnst Du noch oder microsoftest Du schon? - DER SPIEGEL
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Ikea auf der Cebit Wohnst Du noch oder microsoftest Du schon?

Der größte Softwarekonzern der Welt hat auf der Cebit eine Ikea-Lounge eröffnet. Auf Klippan-Sofas hängt die Microsoft-Zielgruppe vor der Glotze, die in Wirklichkeit ein PC ist. Am Stand nebenan schwingen knapp bekleidete Damen die Hüften - willkommen in der Zirkushalle 1!
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Sie ist riesig und verwinkelt zugleich, sodass sich selbst alte Cebit-Hasen darin verirren. Die Rummelhalle 1 auf dem Messegelände Hannover ist für viele Besucher das erste, was sie sehen. Für manche auch das letzte bis zum Abend, denn sie schaffen es nicht einmal bis zur Halle 2, wo am Sony-Stand 18jährige Mädchen in unschuldigem Rosa und weißen Jogginghosen auf Besucher warten und nebenan die Gericom-Gogodancer das nachmachen, was sie in den Castingshows auf RTL gesehen haben.

Doch warum die Halle 1 überhaupt verlassen? Hostessen gibt es schließlich auch hier. Und nicht nur das. Sogar echte Überraschungen. Zum Beispiel eine Ikea-Filiale - bestückt mit Media Center PCs von Microsoft.

Microsoft und Ikea? Der Softwarekonzern aus Redmond will dorthin, wo der schwedische Möbelmacher längst ist: In die deutschen Wohnzimmer.

Um die Klippan-Sofas schwirren smarte Boys mit Cargohosen und roten Microsoft-Trainingsjacken - die Jungs zeigen mit Hingabe, wie toll das Windows Media Center funktioniert.

Der neueste Clou: Künftig kann man mit der Fernbedienung vom Sofa aus Videos bei T-Online und Arcor kaufen - aufstehen muss man nur noch zum Bierholen und Pinkeln. Nach zwei, drei Klicks auf der Fernbedienung steht der bewegungsscheue Kunde im Online-Shop - noch ein paar mehr, der Film startet und vom Konto werden die Euros abgebucht.

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Cebit 2004: Verrückte Halle 1

Foto: SPIEGEL ONLINE

Die Media Center Edition ist tatsächlich ein großer Wurf von Microsoft. Die Manager hören es aber nicht so gern, wenn man ihnen sagt, dass die Oberfläche so gut aussehe, als stammte sie von Apple. "Immer wenn wir mal was Gutes machen, dann heißt es, wir haben von Apple abgekupfert", beklagt sich einer der Microsoftoberen beim Pressegespräch.

Dabei gibt es in Punkto Home Entertainment von Apple nichts Vergleichbares. Der gemeine Cebitbesucher jedenfalls ist fasziniert. "Aufnahmen Programmieren geht ja superschnell", freut sich ein Vierzigjähriger.

Weil man bei Microsoft mittlerweile mitbekommen hat, dass nicht alle einen PC im Wohnzimmer wollen, hat man einen so genannten Extender entwickelt - eine kleine Box, die sich per Kabel oder Funk Filme, Fotos und Musik von dem PC aus dem Arbeitszimmer holt und an Fernseher oder Stereoanlage weiterleitet.

Künftig sollen dann sogar mehrere solche Boxen von einem Media Center PC versorgt werden. Ähnliche Konzepte offerieren auch Sony, Pinnacle und weitere Anbieter.

Eine Hauptattraktion in Halle 1 sind Digitalkameras. Der Rubel rollt bei den Herstellern der Taschenknipsen - das sieht man auch an den opulent ausgestatteten Ständen. Dutzende Hostessen nötigen einen, den Apparat ihres Brötchengebers doch auch mal auszuprobieren. Bei Kodak posiert eine waschechte Griechin aus der Antike für Schnappschüsse - immerhin angezogen.

Bei Sanyo verbiegen sich vier Blondinen für den Foto-Video-Zwitter Xacti C1. Später machen andere Sanyo-Damen unanständige Posen und filmen sich auch noch gegenseitig dabei - fast wie im Softporno.

Die überwiegend männlichen Besucher begeistern sich aber nicht nur für die Animierdamen - echte Kerle ziehen sich zwischendurch auch mal ein Fußballspiel rein. Am Computer, versteht sich. Und weil Computer alles können, spielt Real Madrid gegen Brasilien. Die besten Gamer des kleinen Turniers bekommen einen PC geschenkt - ans Publikum werden Bälle verteilt. Ein ganz normaler Tag in Halle 1.

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