In-App-Käufe USA verklagen Amazon
Amazon Fire Phone: Einkaufen innerhalb der Apps ein Kinderspiel
Foto: Ted S. Warren / AP / dpaWashington - Wenn die Kleinen mit einem Tablet oder Smartphone aus dem Hause Amazon spielen, konnte das in der Vergangenheit offenbar teuer werden. Denn innerhalb vieler Spiele-Apps konnten Kinder schnell Geld für Zusatzfunktionen loswerden, ohne etwa ein Passwort eingeben zu müssen. Weil die Vorkehrungen gegen solch teure In-App-Käufe zu lasch sind, hat die Handelsbehörde FTC am Donnerstag eine Klage gegen den weltgrößten Online-Händler eingereicht.
Den Kunden soll der unberechtigt in Rechnung gestellte Millionenbetrag zurückgezahlt werden, verlangt die Aufsichtsbehörde. Außerdem sollen künftig höhere Hürden für Käufe eingerichtet werden.
Das Problem war zuvor schon bei anderen App-Store-Plattformen aufgetaucht: In vielen kostenlosen Spielen wird Geld für virtuelle Gegenstände verlangt. Kinder greifen da gern zu und schrauben so die Rechnung ihrer Eltern hoch. Apple musste sich wegen eines Zeitfensters von einer Viertelstunde rechtfertigen, in dem man nach Eingabe eines Passworts alles kaufen konnte, ohne erneut das Kennwort eingeben zu müssen.
Das Problem war Amazon laut der FTC bereits bekannt
Apple gab dem Druck der Behörden nach und zahlte den betroffenen Eltern insgesamt mehr als 30 Million Dollar zurück. Amazon lehnte diesen Weg ab und forderte die FTC auf, den Gerichtsweg zu beschreiten.
Die Handelsbehörde kritisiert, dass Amazon beim Start seines App Stores gar kein Passwort bei In-App-Käufen abgefragt habe. Auch als das geändert wurde, mussten die Nutzer ihr Kennwort zunächst nur eingeben, wenn sie für mehr als 20 Dollar einkaufen wollten. 2013 sei der Passwortschutz zwar auf kleinere Beträge ausgeweitet worden - allerdings sei dies nicht gleichzeitig für alle Apps passiert. Die Behörde wirft dem Konzern vor, das Problem gekannt, aber zunächst nichts dagegen unternommen zu haben.