Industriespionage: Oracle ließ im Microsoftmüll wühlen - DER SPIEGEL
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Industriespionage Oracle ließ im Microsoftmüll wühlen

Der Kampf der Giganten in der Softwarebranche wird auch hinter den Kulissen unerbittlich ausgefochten. Der Anbieter Oracle musste nun zugeben, Detektive mit der Ausspionierung von Marktführer Microsoft nahe stehenden Verbänden beauftragt zu haben.
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San Francisco - Oracle berief sich gleichzeitig auf seinen Erfolg und teilte am Mittwoch mit: Die Firma Investigation Group International habe die Kontakte des globalen Marktführers Microsoft zur Nationalen Steuergewerkschaft (National Taxpayers Union) und zum Independent Institute untersucht. Beide Einrichtungen hätten sich als unabhängig dargestellt, seien aber von Microsoft finanziell unterstützt worden, um die öffentliche Meinung im laufenden Kartellverfahren zu Gunsten des Unternehmens zu beeinflussen, teilte Oracle mit.

Microsoft-Sprecher Mark Murray erklärte im Gegenzug: Diese Mitteilung sei ein Beweis dafür, dass die Wettbewerber eine Kampagne gegen Microsoft betrieben. "Wir denken, das ist ein sehr trauriger Tag und eine riesige Blamage für Oracle und seine sämtlichen Mitarbeiter."

Dabei ist die Erkenntnis Oracles gar nicht neu: Über die finanziellen Verbindungen der beiden und anderer Organisationen zu Microsoft hatten die Zeitungen "Wall Street Journal" und "Washington Post" berichtet.

Nach Presseberichten sollen die von Oracle beauftragten Detektive auch versucht haben, zwei Hausmeister zu bestechen, um an die Mülleimer einer der angeblich Microsoft nahe stehenden Einrichtungen zu kommen. Oracle wies die Vorwürfe eines unlauteren Vorgehens zurück: Zwar habe man den Detektiven keine Methoden vorgeschlagen, aber eindeutig klargestellt, dass alles legal sein müsse.