Instant Messaging: Tschüß, Combots - DER SPIEGEL
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Instant Messaging Tschüß, Combots

Die Revolution ließ zu lange auf sich warten. Mit großen Zielen war die Combots AG gestartet, der Text-Kommunikation im Web ein neues Gesicht zu geben - die Anwender haben sich dafür jedoch nicht begeistern können. Jetzt sucht der Konzern nach einem neuen Konzept für die Zukunft.
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Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist - nur ist es bei Combots leider nie wirklich schön geworden. Mit viel Elan war der Kommunikationsdienst 2006 gestartet, ausgestattet mit eine dicken Kapitaldecke. Combots-Gründer Michael Greve hatte zuvor das Portal Web.de. Das so beschaffte Kapital sollte in Die Entwicklung eines völlig neuen Web-Dienstes fließen.

Das Ziel: Die Kommunikation via Internet, persönlicher, emotionaler und menschlicher zu gestalten. Doch daraus wurde nichts. Viel zuwenig Anwender konnten sich für den Instant-Messaging-Dienst mit seinen knallbunten Avataren begeistern.

Nun zieht Combots die Reißleine, stellt die Weiterentwicklung seiner erfolglosen Kommunikationssoftware ein. Grund sei die schwache Akzeptanz am Markt, teilte die Gesellschaft am Dienstag in Karlsruhe mit. Auch Verbesserungen am Produkt hätten keine Wirkung gezeigt. Die Entwicklung und die damit verbundenen Dienstleistungen kosteten pro Quartal 6,5 Millionen Euro, Umsätze mit der zunächst kostenlos vertriebenen Software blieben bisher aus. Der Ausstieg soll einmalig 7,5 Millionen Euro Abschreibungen und 2,4 Millionen Euro Kosten verursachen und im vierten Quartal abgeschlossen sein.

Zum künftigen Geschäftsmodell äußert sich der Vorstand nur vage. Ob der "Combots"-Kommunikationsdienst künftig überhaupt noch angeboten werde, sei offen. Das Unternehmen werde jedoch die Entwicklung und den Betrieb von Online-Diensten mit einem Schwerpunkt in der digitalen Kommunikation fortsetzen, hieß es.

2008 sei ein Gewinn von ein bis zwei Millionen Euro zu erwarten.

Combots hatte für den Verkauf von Web.de an United Internet ein Aktienpaket von 9,27 Prozent an dem Internetkonzern erhalten, das seither stark an Wert gewonnen hat. Insgesamt saß Combots Ende August auf einem Bestand an liquiden Mitteln von 462,4 Millionen Euro. Der Aktienkurs lag zuletzt mit 10,75 Euro aber deutlich unter dem anteiligen Wert, weil die Anleger anhaltende Verluste fürchteten. Die Aktie war am Dienstagmorgen vom Handel ausgesetzt.

mak/Reuters