Internet-Abstinenzler: "Das ist nicht mein Ding" - DER SPIEGEL
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Internet-Abstinenzler "Das ist nicht mein Ding"

Studien in Deutschland und Amerika belegen, dass viele Erwachsene aus Überzeugung "Offline" sind: Ein Faktor, der die Expansion des Internets bremsen wird?
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Austin - Jeder dritte Amerikaner ohne Online-Zugang hält sich aus fester Überzeugung dem Internet fern. Dieses Ergebnis einer jetzt veröffentlichten Studie legt den Schluss nahe, dass es wohl viel länger dauern wird als vielfach vermutet, bis das Internet die ganze Breite der Gesellschaft erfasst hat. Mindestens eine Generation wird dafür erforderlich sein, wie aus der Untersuchung des Pew Internet and American Life -Projects hervorgeht.

Demnach haben derzeit rund 50 Prozent der erwachsenen US-Bürger keinen Zugang zum Internet. Von diesen wollen 32 Prozent auch in Zukunft ganz bestimmt nicht online gehen. "Das ist eine Gruppe von Menschen, die sagt: Das ist nicht mein Ding", erklärte Lee Rainie von Pew. Weitere 25 Prozent wollen nur vielleicht einmal das weltweite Computernetz für sich nutzen.

Angst und mangelndes Interesse halten die meisten Menschen vom Internet fern. 45 Prozent der befragten Online-Muffel halten das Web für gefährlich, 51 Prozent sind der Ansicht, dass sie nichts verpassen. Aus der Umfrage geht aber auch hervor, dass die Zahl der Nicht-Nutzer im Laufe der Zeit wohl abnehmen wird: Von den über 50-Jährigen wollen fast drei Viertel nichts mit dem Internet zu tun haben, bei den Jüngeren hat nur jeder Dritte diese Haltung. 13 Prozent der Nicht-Nutzer waren einmal im Internet, haben aber kein Interesse mehr daran. Die Studie beruht auf einer Telefonumfrage unter 2503 Erwachsenen im April dieses Jahres. Die mögliche Abweichung wurde mit plus/minus drei Prozent angegeben.

In Deutschland liegt der Anteil der "Offliner" bei 71,4 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahre, wie die ARD/ZDF-Offline-Studie 2000 ergab. Als Hindernisgründe für die Internetnutzung werden darin hohe Kosten und mangelndes Know-how genannt.