Internet auf Kuba: Fidel steht auf der Leitung - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Internet auf Kuba Fidel steht auf der Leitung

In den Augen des "maximo lider" ist Kuba die Insel der Glückseligen. Damit sich die Zwangsbeglückten kein Bild vom Rest der Welt machen können, verschärft der Inselstaat nun die ohnehin kaum vorhandenen Möglichkeiten des Netzzugangs.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Havanna - Kuba verschärft drastisch die Kontrolle privater Internetzugänge - die es ohnehin kaum gibt. Seit dem Wochenende ist es für private Nutzer verboten, sich über die preiswerten staatlichen Telefonleitungen in das Netz einzuwählen. Das Gesetz zielt zum einen auf Tausende Kubaner, die sich von zu Hause illegal einwählen über Accounts, die sie sich auf dem kubanischen Schwarzmarkt zu Preisen von 50 Dollar für 80 Stunden im Monat erkaufen müssen. Aber auch für legale, privilegierte Nutzer wird es nun teurer.

Bisher ist es nur ausgesuchten Wissenschaftlern und Regierungsmitarbeiter erlaubt, das Internet von zu Hause aus zu nutzen. Mit dem neuen Gesetz werden Privatnutzer gezwungen, nun andere Telefonleitungen zu nutzen, die in Dollar abgerechnet werden - oder sich strafbar zu machen. Diese "Dollar-Leitungen" sind für die meisten Kubaner ohnehin verboten oder zu teuer und werden hauptsächlich von ausländischen Unternehmen genutzt.