Internet Die Dot.com-Wahlen
Los Angeles - Wenn die Kandidaten die heiße Phase der Vorwahlkampfes einläuten, werden Hundertschaften von Reportern in die Online-Schlacht ziehen. Die im August beginnenden "Conventions" stehen ganz im Zeichen des Internet.
"Wählen, Wählen und noch mal Wählen" heißt es nicht nur am Tag X (7. November), bis dahin wird abgestimmt und bewertet, was das Zeug hält. Onlineumfragen stehen pausenlos auf dem Programm, quer durch alle Lager. AOL macht selbstverständlich auch mit. Die Besucher werden mit laufender Berichterstattung über die Ereignisse des Tages bei Laune gehalten und können mit bekannten Kommentatoren in Chats darüber debattieren. Über ein Wahl-Special (Election Guide 2000) können sie bei Abstimmungen mitmachen und ihre Kommentare abgeben. Kathleen de Laski, ehemals politische Korrespondentin bei ABC und bei AOL für den politischen Kanal verantwortlich, sieht die Vorteile des Netzes: "Das ist eben das Nette am Netz, du kannst dir was rauspicken oder durch alles durchwaten. Das ist die Chance für den Durchschnittsbürger, dabei zu sein."
Die Bürger von beinahe allen Bundesstaaten (außer New Hampshire, North Dakota und Wyoming) können sich für Online-Wahlen registrieren lassen. Beim Geschäft mit der Wahl wollen heute alle dabei sein, aber erst im Wahlkampf 1996 wurde das Internet forciert eingesetzt. Die Leute von Vote Smart , einem Non-Profit-Projekt, setzten damals erstmals auf Online-Votings, Hintergrundinformationen und allem, was zu so einer Wahl dazugehört. Heute verfügen sie über 13.000 Links zum Thema Wahl. Das Vote Smart Project hat sich dieses Frühjahr auch mit mtv.com und Rock the Vote zusammengeschlossen, um die 18- bis 25-Jährigen für Politik zu begeistern.
Das Washingtoner Start-up Speakout.com tut sich für die Wahl mit MSNBC zusammen, um Umfragen in Echtzeit durchzuführen. Und das geht so: Während man sich auf MSNBC TV die Nachrichten ansieht, loggt man sich bei Speakout.com ein und macht beim Ranking der Redner mit. 8000 Wähler können gleichzeitig abgefertigt werden, und das Ergebnis steht binnen Minuten fest. Dieses Instrument werden auch die Parteien auf ihren offiziellen Seiten einsetzen - man muss stets die Hand am Puls des Wählers haben, scheint die Devise.