Internet Ein Königreich für Gmail
Um den neuen E-Mail-Service der Firma Google entsteht im Internet gerade ein bizarrer Kult. Der Suchmaschinenbetreiber, der im Sommer an die Börse gehen will, hatte angekündigt, unter dem Namen Gmail demnächst kostenlose Postfächer für jedermann anzubieten, und zwar mit einem Gigabyte Speicherplatz pro Nutzer. Das ist etwa 100-mal mehr, als die meisten anderen kostenlosen E-Mail-Services anbieten. Noch ist Gmail nicht allgemein zugänglich, nur einige Tausend Internet-Nutzer haben als so genannte Beta-Tester bereits Zugang zu Postfach und Speicherplatz. Da Gmail-Accounts aber heiß begehrt sind, hat sich nun auf der Seite gmailswap.com ein Postfachbasar gegründet: Wer noch kein Gmail-Postfach hat, kann dort Waren oder Dienstleistungen anbieten und hoffen, dass ein Gmail-Nutzer bereit ist, sein Postfach zu tauschen. Im Angebot sind etwa ein Ponyritt durch den Grand Canyon, eine original Sacher-Torte aus Österreich, Lateinnachhilfe, ein Stück Berliner Mauer oder ein Drei-Tage-Aufenthalt in Athen während der Olympischen Spiele. Nicht alle Angebote sind attraktiv: Ein Surfer zum Beispiel, der anbot, für einen Gmail-Account ein einstündiges Schlagzeugsolo aufzuführen, hat schon seit Tagen keinen einzigen Interessenten gefunden.