Internet-Initiative: Kampf gegen Kinderpornos wird verstärkt - DER SPIEGEL
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Internet-Initiative Kampf gegen Kinderpornos wird verstärkt

Polizei und Internetprovider arbeiten künftig bei der Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet stärker zusammen. Die neue Initiative will Tipps zum Schutz der Nutzer geben. Laut Bundeskriminalamt hat sich die Zahl der Fälle seit 1996 verfünffacht.
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Der Vorsitzende der polizeilichen Kriminalprävention von Bund und Ländern, Erwin Hetger, stellte am Donnerstag in Stuttgart eine neue Aufklärungskampagne im Netz vor. Hinter der Initiative "Gegen Kinderpornografie"  stehen nicht nur die Polizeien der Länder, sondern auch die Provider T-Online, Arcor und AOL sowie Newsseiten wie "Focus Online" und SPIEGEL ONLINE.

Die beteiligten Internetprovider verpflichteten sich in einer Erklärung, Kinderpornos im Internet zu ächten und dessen Verbreiter konsequent zu verfolgen.

Laut Bundeskriminalamt haben sich die registrierten Fälle von Kinderpornografie im Internet seit 1996 bundesweit verfünffacht. Zwischen 2000 und 2003 stieg ihre Zahl um 82 Prozent auf 4726 Fälle mit 3883 Tatverdächtigen.

Die Dunkelziffer sei immens, betonten die Initiatoren der Kampagne. Kinderpornografie stehe mittlerweile an erster Stelle der kriminellen Angebote im Internet. 60 Prozent der Seiten, die vom BKA im Jahr 2003 überprüft wurden, zeigten den Missbrauch von Kindern.

Exemplarisch verwies der baden-württembergische Polizeipräsident Erwin Hetger auf einen aktuellen Fall aus dem Kreis Ludwigsburg. Nach bisherigen Ermittlungen hatte ein 24-jähriger Mann in einem Chat Kontakt zu einer 13-Jährigen aufgenommen und ihr 5000 Euro für Sex angeboten. Der einschlägig Vorbestrafte soll sich dabei zunächst als 27-jährige Frau ausgegeben haben.

Einige Tage später lockte der Mann das Mädchen zu einem Treffen und fuhr mit ihr an eine abgelegene Stelle. Dort soll er die 13-jährige sexuell missbraucht haben. Computerspezialisten kamen dem Mann jedoch bald auf die Schliche, weil sie den Rechner identifizieren konnten, über den er mit dem Mädchen gechattet hatte. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Die neue Initiative gegen Kinderpornografie ist nicht das erste Aufklärungsangebot im deutschsprachigen Internet. Die gemeinsame Bund-Länder-Stelle Jugendschutz.net  kümmert sich ebenso um den Schutz Heranwachsender wie die Jugendschutz-Stellen der 16 Bundesländer. Daneben gibt es Initiativen wie naiin (no abuse in internet e.V.) , der sich dem Kampf gegen Kindesmissbrauch im Internet verschrieben hat.

Kinderpornos im Ministerium

Londoner Zeitungen berichteten heute über einen neuen Pornoskandal im britischen Arbeitsministerium. Hunderte Beschäftigte sollen innerhalb von acht Monaten 2,3 Millionen Pornoseiten aus dem Internet auf ihre Arbeitscomputer heruntergeladen haben. Ein Angestellter wurde deswegen bereits verurteilt, 16 weitere wurden gefeuert und gegen 211 Beamte Disziplinarstrafen verhängt.

Das Ministerium war den Übeltätern auf die Spur gekommen, nachdem ein Beschäftigter dabei ertappt worden war, wie er sich Porno-Bilder an seinem Computer anschaute. Daraufhin kontrollierte der Arbeitgeber die Internetabrufe seiner 140.000 Bediensteten. Dabei wurden auch 18.000 Bilder mit Kinderpornografie gefunden.