Internet-Krise: Leiser die Messen nie starben - DER SPIEGEL
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Internet-Krise Leiser die Messen nie starben

Die Dotcom-Krise ist längst noch nicht vorbei. Weltweit schrumpfen mit den Branchenumsätzen auch die Fachmessen. Die Berliner Internet World hat in diesem Jahr Nirvana erreicht und sucht Unterschlupf bei der Systems in München.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Von der Cebit bis zur Unterhaltungsmesse E3 sind die Erschütterungen der anhaltenden Branchenkrise zu spüren: Immer weniger Aussteller treffen auf den IT-Messen der Welt auf immer weniger Kunden, und selbst das öffentliche Interesse ist gegenüber den Vorjahren stark erlahmt. Verfolgte nicht nur die Wirtschaftswelt vor drei Jahren noch gebannt alles, was sich in der Hightech-Szene tat, müssen die Firmen heute um Wahrnehmung buhlen, betteln oder brüllen.

Keine gute Zeit für Messeveranstalter. Immer weniger Unternehmen wollen sich die teuren Events leisten. Am völlig erlahmten Interesse scheitert in diesem Jahr Deutschlands einstige Top-Branchenmesse, die Internet World in Berlin. Im letzten Jahr zählte die stets im Juni abgehaltene Messe noch rund 550 Aussteller (2001 waren es noch mehr als 900), doch in diesem Jahr kündigte sich frühzeitig an, dass diese Zahl wohl weiter kräftig sinken wird.

Weniger als die Hälfte davon habe man in diesem Jahr erwartet, sagt der Veranstalter, Penton Media aus München. Selbst das ist wohl eher Schönsprech, denn rund sechs Wochen vor dem geplanten Beginn der Messe lagen erst rund 130 Buchungen vor: Zu wenig, um genügend Besucher locken zu können.

Das war wohl Grund genug für einen beherzten Griff zur Notbremse: Am Dienstag sagten die Veranstalter die Berliner Messe ab. Und zauberten ein Alternativkonzept aus dem Hut, mit dem man wohl hofft, zumindest den guten Namen der Messeveranstaltung zu retten.

Synergie ist, wenn man's trotzdem nochmal macht

Denn die Internet World sei gar nicht so richtig abgesagt, sondern nur terminlich und räumlich verlegt und zudem zu einer Art Nebenmesse der Systems in München gemacht worden. Die kann die numerische Stützung gut gebrauchen, bröckelten doch auch an der Isar seit zwei Jahren Aussteller- und Besucherzahlen wie überall sonst auch.

Jetzt hoffen die Veranstalter darauf, möglichst viele der bereits gebuchten Aussteller nach München ziehen zu können. Dort soll die Internet World vom 20. bis zum 24. Oktober in einer eigenen Halle neben der Systems stattfinden. Nach guter Zusammenarbeit in verschiedenen Projekten sollten nun eben weitere Synergie-Effekte zwischen den beiden Messen genutzt werden, sagte eine Sprecherin des Messeveranstalters.