Internet-Marketing: Babys bekommen den Namen einer Webseite - DER SPIEGEL
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Internet-Marketing Babys bekommen den Namen einer Webseite

Ein kalifornischer Independent-Musikvertrieb hat sich eine besonders raffinierte Marketing-Kampagne einfallen lassen. Wer sein Baby "Iuma" nennt, kann Preise gewinnen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

"Iuma" steht für "Internet Underground Music Archive", und es haben sich bereits einige Ehepaare tatsächlich bereit gefunden, ihren Nachwuchs so zu nennen. Darunter die Eltern von Iuma Dylan-Lucas Thornhill, der am 11. August in Hutchinson (Kansas) das Licht der Welt erblickte.

Wer binnen einer Drei-Monatsfrist mit Geburtsurkunde die Namensgebung nachweist, erhält entweder 5000 Dollar in bar oder der Sprössling monatlich Musik-Downloads, CDs, Konzertkarten und Merchandise-Produkte im Wert von 100 Dollar – bis an sein Lebensende. Zehn Babys werden dann zu Gewinnern gekürt.

Deutsche Eltern machen auch mit

"Iuma Heidi" aus Darmstadt ist die Tochter von Anna und Wolff Van Ryker und kam am 31. Juli auf die Welt. "Die Elten lieben Independent-Musik und hoffen, dass sie das auch tun wird!" steht auf der Iuma-Homepage  zu lesen. Doch wird sie leider leer ausgehen, da sie erstens keine US-Staatsbürgerin ist und zudem das Pech hatte, nicht im Wettbewerbszeitraum (1. August bis 1. November) zur Welt zu kommen.

Laut Aussagen der Betreiber verfolge man damit natürlich nicht nur eine geschickte Promotion für die eigenen Produkte, sondern durchaus hehre kulturpolitische Ziele: "Britney Spears und die Backstreet Boys bringen unsere Kinder in Gefahr," warnte Antony Brydon von Iuma pathetisch. "Aber wir können sie retten, bevor sie den Musik-Geschmack einer Kaugummi-Kultur entwickeln. Wenn sie erst sieben oder acht Jahre sind, ist es zu spät. Aber einem Kind, das mit dem Namen Iuma aufwächst, kann das nicht passieren."

Laut Aussagen der Betreiber wären auch zahlreiche Menschen bereit, ihre Haustiere "Iuma" zu nennen.