Internetfernsehen: AOL bringt alte TV-Serien ins Netz - DER SPIEGEL
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Internetfernsehen AOL bringt alte TV-Serien ins Netz

Anfang 2006 will der US-Online-Dienst AOL sechs kostenlose Fernsehkanäle im Internet starten. Gezeigt werden sollen bereits ausgestrahlte ältere TV-Serien aus dem Hause Warner Bros., das wie AOL zu Time Warner gehört.
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Das Programm unter dem Namen "In2TV" soll durch Werbung finanziert werden, teilte AOL heute mit. Kosten werde der Zugang nichts, hieß es, die Qualität solle der einer Video-DVD entsprechen. Zuschauer mit Breitband-Anschluss könnten das Programm im Full-Screen-Modus sehen.

AOL will bereits im Fernsehen ausgestrahlte Serien der Produktionsfirma Warner Bros. zeigen, die wie AOL zum weltgrößten Medienkonzern Time Warner gehört. In die Episoden würden Werbespots von 15 oder 30 Sekunden Länge eingebettet. Je 30-Minuten-Folge sollten nur ein bis zwei Minuten Werbung gezeigt werden. Aktuell enthalte eine halbe Stunde Sendezeit in den USA acht Minuten Werbung, teilte AOL mit.

Immer mehr Internetprovider sehen im Fernsehen, das über schnelle DSL-Leitungen übertragen wird, einen Zukunftsmarkt. Carrier wie T-Online wollen ihre Highspeed-Zugänge schon bald als Alternative zu TV-Kabel und Satellit vermarkten. Der Zugang zu Inhalten ist dabei eine Schlüsselfrage. AOL verfügt im Unterschied zu Branchengrößen wie Yahoo und Google durch die Zugehörigkeit zu Time Warner bereits über einen eigenen Programmfundus.

AOL könne im ersten Jahr 4800 Episoden von 100 Warner-Serien auf In2TV anbieten, sagte Vice President Kevin Conray in einem Interview. Das entspreche rund 3400 Programmstunden und umfasse frühere Serienhits wie "Welcome Back Kotter", "Unser lautes Heim" und "Kung Fu". AOL plant sechs verschiedene Kanäle mit Inhalten von Comedy und Science Fiction bis zu Trickfilmen. Daneben sind auch Gewinnspiele, Quizsendungen und Online-Abstimmungen geplant.

Später könnten 300 weitere Serien ausgestrahlt werden, für die AOL bereits die Rechte erhalten habe. Zudem verhandle AOL derzeit mit allen großen Produzenten über Serien, deren Rechte noch nicht bei Time Warner liegen. In der nahen Zukunft solle es aber bei bereits ausgestrahlten Episoden bleiben, um Konflikte zu vermeiden.

Das im Verlauf von zweieinhalb Jahren entwickelte Projekt gilt als die bisher ehrgeizigste Kooperation der Konzernsparten seit der Fusion von AOL und Time Warner im Jahr 2001. Analysten begrüßten das Vorhaben als viel versprechend. "Das große Versprechen dieser legendären Fusion von AOL und Time Warner waren Synergien", sagte Jupiter-Research-Analyst Todd Chanko. Das In2TV-Projekt sei ein gutes Beispiel für genau solchen gegenseitigen Nutzen. "Es ist ein Vorhaben, bei dem niemand verlieren kann."