Internetpreis Minister Müller ehrt Internet-Macher
Mit einer konsequenten Entwicklung der Internet- Wirtschaft können nach Einschätzung von Bundeswirtschaftsminister Werner Müller bis 2002 in Deutschland knapp 400.000 Arbeitsplätze geschaffen werden. Dazu sei eine "Renaissance der Selbständigkeit" bei den neuen Informations- und Kommunikationstechniken nötig, sagte der parteilose Politiker am Freitag in Hannover.
"Wir haben keine Zeit zu verlieren, denn jetzt werden die Märkte verteilt", sagte Müller bei der erstmaligen Verleihung des deutschen Internet-Preises auf der Computermesse Cebit. Mit dem elektronischen Handel, dem E-Commerce, bilde sich eine Internet-Wirtschaft heraus, in der Deutschland sich europaweit an die Spitze setzen müsse.
Die Preisträger des von mehreren Unternehmen gesponserten Internet-Preises sind drei junge Firmen, die innovative Lösungen für den elektronischen Handel entwickelt haben. Sie wurden aus fast 600 Firmen ausgewählt, die ihre Produkte eingereicht hatten. Das Preisgeld von jeweils 100.000 Mark ging an die DCI Database AG (Starnberg), IPS GmbH Lohmar (bei Köln) und an Oelfeld Media Design (Braunschweig).
DCI hat eine Handelsplattform für das Internet entwickelt. IPS bietet via Internet alle Dienstleistungen für das Beschaffungswesen von Unternehmen. Oelfeld hat das elektronische Ticket für Theater, Kino und andere Veranstalter entwickelt, das Besucher zu jeder Tages- und Nachtzeit kaufen und sich zu Hause ausdrucken lassen können.
Deutschland habe gute Voraussetzungen für die Internet-Wirtschaft, sagte Müller. Wenn die Chancen auf allen Ebenen genutzt würden, könnten bis 2002 knapp 400.000 neue Arbeitsplätze entstehen.
Die Bundesregierung werde zügig alle notwendigen Regelungen für die Ausbreitung von Internetanwendungen schaffen - vom Datenschutz bis zur Umsetzung der EU-Richtlinie für den elektronischen Handel, erklärte Müller. Das bestehende Gesetz zur digitalen Unterschrift in der Verwaltung habe in Europa bereits Vorbildcharakter.
Kritisch äußerte sich Müller zu der Entwicklung an den Universitäten. Bis auf wenige Ausnahmen hätten die Wirtschaftswissenschaften das Thema E-Commerce verschlafen. Dabei bedeute die Internet-Wirtschaft in mehrerer Hinsicht völlig neue Strukturen in den Beziehungen zwischen den Unternehmen ebenso wie zu den Kunden.