Interpol: Viren auf der Website - DER SPIEGEL
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Interpol Viren auf der Website

Computerviren sind ein Problem. In der Regel verbreiten sie sich schneller als die Warnungen vor ihnen - was man ändern muss. Interpol tritt an, zur zentralen Meldestelle für PC-Viren zu werden. Mit einem äußerst dünnen Programm...
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Paris - Die internationale Polizeiorganisation Interpol will Internet-Surfern Hilfe gegen Computer-Viren anbieten. In einer neuen Rubrik der Website www.interpol.int  könnten sich Computernutzer über die zerstörerischen Programme auf dem Laufenden halten, teilte Interpol-Generalsekretär Ronald Noble am Montag im französischen Lyon, dem Sitz der Behörde, mit.

Die Rubrik informiere zum Beispiel über in E-Mails enthaltene Viren. Unternehmen könnten anhand einer Checkliste überprüfen, ob ihre Datenverarbeitung ausreichend gegen Viren geschützt sei, sagte Noble. "Computer-Viren stellen eine wirkliche Bedrohung dar." Die Ermittlungen gegen internationale Kriminalität dieser Art seien besonders schwierig. Im Mai vergangenen Jahres hatte der Virus "I Love You" E-Mail-Systeme blockiert, Server lahm gelegt und weltweit Schäden in Milliarden-Höhe verursacht.

Faktisch bietet Interpol ein - in englischer Sprache gehaltenes - Kompendium zum Thema Viren an. Das ist zwar durchaus nützlicher Lesestoff, bietet aber wenig Neues. Die Rubrik "Virus Alert" hingegen ist enorm ausbaubedürftig. Dort finden sich gerade einmal die Namen von ein paar Viren, die in den letzten Monaten bekannt wurden - das ist alles.

Da bieten viele Hobby-Webmaster mehr, die Entwickler von Schutzsoftware sowieso - und mit Sicherheit das Vireninformationszentrum CERT . Eine durchaus wünschenswerte Instanz, die aktuell arbeitet und Falschmeldung oder Fake-Virus ("Hoax") von echter Warnung scheiden könnte, entsteht mit der Interpol-Seite hingegen nicht.

Fazit: So publikumswirksam wie überflüssig.