Interview mit LucasArts-Chef Jeffery: Leben und arbeiten im Star-Wars-Universum - DER SPIEGEL
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Interview mit LucasArts-Chef Jeffery Leben und arbeiten im Star-Wars-Universum

Die Macht ist mit ihm: Simon Jeffery ist Chef von LucasArts, der Firma hinter den Star-Wars-Spielen. Parallel zum Filmstart von "Episode II" beglückt auch er die Welt mit neuen Werken - am PC zählt man inzwischen 37 Teile.
Von Gregor Wildermann
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Seit 1982 gibt es LucasArts, von George Lucas ursprünglich als Multimedia-Outlet gegründet. Mittlerweile hat die Firma rund 300 Mitarbeiter und produziert vor allem eines: Spiele rund um das Thema Star Wars.

Kurz vor dem Kinostart von "Episode 2 - Angriff der Klonkrieger" haben Freizeit-Jediritter die Auswahl zwischen vier verschiedenen Spielen: Neben "Racers Revenge" und "Jedi Starfighter" (beide über Electronic Arts) für die Playstation 2 sorgen vor allem "Star Wars Rogue Squadron 2: Rogue Leader" (GameCube) und "Jedi Knight 2 - Jedi Outcast" (PC) für dichtes Laserfeuer in deutschen Wohnstuben.

Zum eigentlichen Kinostart hält sich LucasArts beim Thema "Episode 2" in der Veröffentlichungspolitik allerdings fast zurück. Über den Publisher THQ erscheint lediglich ein Spiel für Nintendos GameBoy Advance und zum PC-Spiel "Galactic Battlegrounds" erscheint ein Update namens "Clone Campaign" (Electronic Arts). Die große Schlacht am Schluss des Films greift das Konsolenspiel "Clone Wars" (PS2 und GameCube) auf, das allerdings erst im Herbst erscheinen soll.

Über die Firma, ihren Gründer und über den Kampf der Konsolen sprachen wir mit Simon Jeffery, Präsident von LucasArts.

SPIEGEL ONLINE: Mr. Jeffery, wie sieht für Sie ein typischer Arbeitstag aus?

Simon Jeffery: Auf meiner Visitenkarte steht Präsident, und das bedeutet, dass ich mich um jeden Aspekt der Firma kümmern muss. Mal kümmert man sich um das Marketing, mal um die Entwicklung eines neuen Spiels und dann mal wieder um die Finanzen. Unsere Firma basiert auf einem Regisseur/Produzenten-System, das der Filmindustrie sehr ähnelt. Der Game-Director ist verantwortlich für die kreative Seite des Spiels, während der Producer den logistischen Part übernimmt.

SPIEGEL ONLINE: Wie oft kommt George Lucas selbst in die Firma?

Jeffery: George bekommt selbstverständlich alle Spiele vorgelegt, und oft hat er auch eigene Ideen und Vorschläge. Im Moment interessiert er sich besonders für die früheren Spiele, die noch nichts mit Star Wars zu tun hatten. Seine Kinder spielen natürlich alle Games durch, und wenn denen etwas nicht gefällt, würden sie das ihrem Vater sicherlich sagen.

SPIEGEL ONLINE: Im Hinblick auf Ihre Veröffentlichungspolitik fällt auf, dass nahezu jede Konsolenplattform bedient wird. Ist das nicht sehr aufwendig?

Jeffery: Alle drei Videospielsysteme haben ihre Vor- und Nachteile. Es stimmt mit Sicherheit, dass die Xbox und der GameCube von Grund auf so entworfen worden sind, dass der Entwicklungspart leichter zu handhaben ist. Für beide Systeme ist die Entwicklung im Vergleich zur PlayStation 2 auch relativ unproblematisch, aber auch die PS2 hat ihre Vorteile, und manche Entwickler arbeiten sehr gerne auf dieser Plattform.

SPIEGEL ONLINE: Von insgesamt 43 LucasArts-Titeln kommen 37 aus dem Star-Wars-Universum. Gehen Ihnen da nie die Ideen aus?

Jeffery: Alles, was wir hier bei LucasArts machen, muss im Einklang mit der Star-Wars-Grundgeschichte stehen. Wir haben dafür eigene Mitarbeiter, die als so genannte "Continuity people" sich sehr gut mit dem Thema auskennen. Dabei erweitern wir das Universum ständig, und so spielt unser neues Game "Knights of the Old Republic" etwa 4000 Jahre vor den Kinofilmen. Stellenweise kommt es bei bestimmten Spielideen aber auch vor, dass wir mit George selber noch mal Rücksprache halten, ob die Idee im Gesamtkontext überhaupt möglich ist.

SPIEGEL ONLINE: Titel wie das jüngste Xbox-Game "Obi-Wan" oder die Flut von Spielen zur "Episode 1" mussten herbe Kritik von der Fachpresse einstecken...

Jeffery: Wir nehmen jede Kritik an unseren Spielen sehr ernst, so lange sie auch begründet ist. Weil das gesamte Thema Star Wars vielen Menschen ans Herz gewachsen ist, scheinen die Standards für Kritik bei unseren Spielen irgendwie höher zu liegen. Andere Games werden da nicht so leicht kritisiert. Trotzdem glauben wir, dass gerade unsere letzten Spiele eine eindeutige Rückkehr zu Qualität gezeigt haben.

SPIEGEL ONLINE: Sie verbringen jeden Tag mit Star Wars. Haben Sie noch so etwas wie einen Lieblingscharakter?

Jeffery: Für mich ist es eindeutig Han Solo, und da bin ich sehr wahrscheinlich nicht allein. Und dann natürlich die Kopfgeldjäger, allen voran Boba und Jango Fett. Die bekommen im Herbst endlich ihr eigenes Game, "Star Wars Bounty Hunter", das dann für GameCube und Playstation 2 herauskommt.

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