Iran "Wir erreichen das Finale"
SPIEGEL ONLINE:
Hallo, Weltmeister, warum hat man von Ihnen noch nichts gesehen?
Farid Mobassar: Die Turnierleitung hat gestern entschieden, unser Spiel abzusetzen, weil der Turnierplan schon so mächtig hinter der Zeit hinterherhinkte. Wir haben uns darüber gefreut: So hatten wir mehr Zeit, unsere Roboter vorzubereiten.
SPIEGEL ONLINE: Die anderen Teams hatten bis zu dreieinhalb Tage mehr Zeit. Glauben Sie, dass Sie eine Chance haben?
Mobassar: Oh ja, natürlich, wir sind zuversichtlich. Wir haben eine Menge an den Robotern verbessert, auch um unseren jüngeren Mitgliedern, die neu im Team sind, eine Gelegenheit zu geben, sich einzubringen.
SPIEGEL ONLINE: Das hier ist ja wohl das Weltmeistermodell des letzten Jahres. Was hat sich daran verändert?
Mobassar: Eine Menge, und eine Menge Kleinigkeiten. Im Grunde ist das der Roboter, den wir in Stockholm eingesetzt haben. Aber wir haben die Energieversorgung der Roboter verbessert, die Software optimiert und - das ist wichtig - rund um den Robot Sensoren angebracht, die dem Robot ermöglichen, Hindernisse zu erkennen.
SPIEGEL ONLINE: Taktile, also druckempfindliche Sensoren?
Mobassar: Nein, wir haben uns für ein Infrarot-System entschieden.
SPIEGEL ONLINE: Gab es weitere Veränderungen?
Mobassar: Diesmal nicht. Wir arbeiten auf die Weltmeisterschaften in Melbourne hin. Dort werden wir einen völlig neuen Roboter vorstellen, an dem nichts mehr so sein wird wie an diesem Modell. Von der Kameratechnik, über die Mechanik bis hin zu Hard- und Software ein völlig neues Modell.
SPIEGEL ONLINE: Jetzt steht erst einmal die Europameisterschaft auf dem Programm. Wie beurteilen Sie ihre Gegner?
Mobassar: Uns wurde im Vorfeld gesagt, die Niederlanden der gefährlichste Gegner sein würde. Aber die Niederländer haben große technische Schwierigkeiten.
SPIEGEL ONLINE: Die Niederländer spielten zunächst gut, aber erfolglos.
Mobassar: Und alle Teams haben ihre Probleme.
SPIEGEL ONLINE: Bis auf die Italiener. Bei denen scheint alles richtig zu laufen.
Mobassar: Italien ist sehr, sehr gut. Ein wirklich starker Gegner, mit dem wir rechnen müssen. Auch Ulm darf man nicht vergessen.
SPIEGEL ONLINE: Wie weit werden Sie kommen?
Mobassar (lacht): Wir erreichen das Finale.