Iranisches Computerspiel: Propaganda-Schlacht am PC - DER SPIEGEL
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Iranisches Computerspiel Propaganda-Schlacht am PC

Es hört sich an wie ein Szenario des US-Geheimdienstes: Ein US-Tanker im persischen Golf wird von der iranischen Seestreitmacht versenkt und legt so den Öl-Export lahm. Doch dieser Fall ist nur das jüngste Kapitel im virtuellen Computer-Krieg zwischen den USA und Iran.
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Zwei Bomben sollen genügen. Mit den Sprengsätzen sollen die Spieler des neuen iranischen Computerspiels "Counter-Strike" den virtuellen US-Tanker auf den Grund der Meerenge von Hormuz schicken, einer wichtigen Seestraße für den Öl-Export der Golf-Staaten. Dass der Name des Propaganda-Machwerks bereits an den weltweit verbreiteten Online-Taktik-Shooter vergeben ist, schien die iranischen Programmierer dabei wenig zu stören.

Es zählt ohnehin vor allem die Idee. Denn das Szenario ist alles andere als aus der Luft gegriffen: Irans geistiger Führer, Ayatollah Ali Khamenei selbst hatte den USA noch im Juni mit einer derartigen Blockade gedroht, sollten die Amerikaner im Atomkonflikt militärische Schritte einleiten.

"In dem Computerspiel wird den Spielern gezeigt, wie die Meerenge von Hormuz durch die Explosion eines Schiffes versperrt werden könnte", erklärten die Produzenten des Spiels lapidar in einer iranischen Zeitung. Das achtköpfige Entwickler-Team hatte das Spiel in dreimonatiger Arbeit programmiert. Geldgeber des Projekts: die iranische Regierung.

Doch "Counter-Strike" ist nicht das erste Spiel, in dem Irans Atomkonflikt bereits ausgefochten wird. Das virtuelle Säbelrasseln hat auch jenseits des Atlantiks Tradition: In den USA sind schon lange Computerspiele auf dem Markt, in denen Einheiten der amerikanischen Armee in Iran operieren und Spezialtruppen die iranischen Nuklearanlagen in die Luft sprengen sollen.

Bei der Namensgebung waren jedoch auch die US-Spiele-Entwickler nicht einfallsreicher als ihre iranischen Kollegen: Die erfolgreichsten amerikanischen Machwerke heißen "Die Vereinigten Staaten attackieren Iran" oder "Angriff auf Iran".

jkr/Reuters