Islamischer Staat: Twitter-Nutzer sollen Propaganda melden - DER SPIEGEL
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Kampf gegen IS-Propaganda Twitter setzt auf Mithilfe der Nutzer

Twitter geht verstärkt gegen islamistische Propaganda beim Kurznachrichtendienst vor. Nicht nur wird mehr Personal eingesetzt - auch die Nutzer sollen mithelfen.
IS-Propaganda via Twitter: Dschihadisten schwärmen von blühenden Landschaften
IS-Propaganda via Twitter: Dschihadisten schwärmen von blühenden Landschaften

IS-Propaganda via Twitter: Dschihadisten schwärmen von blühenden Landschaften

Foto: Oliver Berg/ dpa
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Washington - Der "Islamische Staat" (IS) wird beim Verbreiten seiner Propaganda von Tausenden Anhängern unterstützt. Allein zwischen Oktober und November 2014 zählte das US-Politikinstitut Brookings mindestens 46.000 Profile bei Twitter, die Sympathien mit dem IS erkennen lassen. Der Kurznachrichtendienst will nun mit mehr Personal gegen islamistische Propaganda vorgehen.

"Wir nehmen das ernst und haben die betreffenden Teams aufgestockt", schrieb der Chefjurist des Unternehmens an einen Ausschuss des US-Kongresses. Ziel von Twitter sei es, Inhalte von Unterstützern der Terrormiliz IS so schnell wie möglich aus seinem Dienst zu entfernen.

Twitter werde das Netzwerk allerdings nicht selbst nach möglichen IS-Tweets durchforsten, schrieb Unternehmensjurist Vijaya Gadde. Alle Tweets zu durchsuchen, sei angesichts der Menge nicht möglich. Stattdessen sollten Nutzer das Unternehmen über eine Meldefunktion auf Nachrichten aufmerksam machen. Dann werde geprüft, ob die Tweets gegen die Regeln verstoßen. "Wir haben Tausende Twitter-Profile von Terror-Organisationen oder Unterstützern suspendiert, weil ihre Gewaltdarstellungen gegen unsere Nutzungsbedingungen verstoßen", erklärte Gadde in dem Brief.

Twitter hatte erst kürzlich Konten entfernt, in denen Anhänger der Terrorgruppe IS und der Islamistengruppe Boko Haram zu Gewalt aufgerufen hatten. Kurz darauf berichtete Twitter, der Onlinedienst habe Drohungenerhalten, weil er Nutzerkonten mit Verbindungen zum IS blockiert hatte.

Die US-Abgeordneten hatten Twitter gebeten, mehr gegen die Verbreitung extremistischer Propaganda von Terroristen zu unternehmen. IS-Kämpfer nutzen Twitter und andere Online-Netzwerke massiv, um ihre Gräueltaten zu präsentieren und Anhänger anzulocken.

Das US-Politikinstitut Brookings hat auch ausgewertet, wie sich die IS-Unterstützer bei Twitter zusammensetzen. Demnach wurden bei den im vergangenen Herbst gezählten 46.000 Profilen drei Viertel der Tweets auf Arabisch versendet. Die meisten kamen aus dem Irak und Syrien sowie aus Saudi-Arabien, Ägypten und anderen arabischen Ländern.