Jack Monroe bloggt über das Leben an der Armutsgrenze - DER SPIEGEL
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Angeklickt Bloggen von der Armutsgrenze

Von Mischa König
Jack Monroe: Die 25-Jährige ist alleinerziehend, arm und schreibt darüber
Jack Monroe: Die 25-Jährige ist alleinerziehend, arm und schreibt darüber

Jack Monroe: Die 25-Jährige ist alleinerziehend, arm und schreibt darüber

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Jack Monroe ist 25 und kommt aus Großbritannien. In ihrem Blog schreibt sie über ihr Leben und stellt eigene Rezepte mit attraktiven Fotos online. Nun gut, mag man denken, da ist sie nicht die Einzige. Was Jack von vielen anderen unterscheidet: Sie ist alleinerziehende Mutter, arbeitslos, und die Mahlzeiten, die sie vorstellt, kosten alle wenige Pence.

Bevor Jack anfing zu bloggen , arbeitete sie bei der Feuerwehr und hatte ein geregeltes Einkommen. Irgendwann ließen sich Nachtschichten und ihr Kind nicht mehr vereinbaren. Sie sah sich gezwungen, ihren Job zu kündigen. Es folgte ein Abstieg in die Armut. Viele hundert Bewerbungen wurden mit Absagen beantwortet, oft mit der Begründung, sie sei mit 24 zu alt. Sie verkaufte nacheinander fast sämtliche Habseligkeiten und begann, sich und ihren Sohn so günstig wie irgend möglich mit Mahlzeiten zu versorgen. Diese Rezepte dokumentierte sie humorvoll in ihrem Blog "A Girl Called Jack ". Unter anderem finden sich dort "Mumma Jacks Best Ever Chilli ", für 30 Pence pro Portion, und das "Oh My God Dinner ", 28 Pence. Alle Gerichte sind hergestellt aus günstigsten Zutaten und zubereitet mit einfachster Küchenausstattung.

Im Juli 2012 half das alles nichts mehr. Nachdem ihre Mietbeihilfe aus unbekannten Gründen um über 100 Pfund kleiner ausfiel als sonst, rekapitulierte sie in einem Blog-Eintrag mit dem Titel "Hunger Hurts " ihren wirtschaftlichen Abstieg und ihre aktuelle Situation. Sie hatte alles verkauft und der Kühlschrank war leer.

Dieser Eintrag veränderte vieles. Die Medien wurden auf Jack aufmerksam, ihr Blog wurde ein großer Erfolg. Ihre Rezepte erhielten großes Lob und werden mittlerweile als Hilfestellung von Lebensmittelbanken (Ausgabestellen der Tafeln) ausgehändigt. Ein Verlag wird im nächsten Jahr ein Buch mit ihren Spar-Rezepten herausbringen.

Daneben ist sie heute ein gefragter Talkshow-Gast und gibt Interviews, in denen sie über ihre Erfahrungen mit Armut, staatlicher Unterstützung und entbehrungsreicher Ernährung spricht. Inzwischen hat sie sogar wieder einen Job, aber es reicht trotzdem nur knapp zum Leben.

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