Kampf der Konsolen Nintendo kündigt Revolution an
Nintendo ist es in den letzten Jahren kaum gelungen, sich gegen den Platzhirschen Sony und den Konsolenneuling Microsoft zu behaupten. Der Gamecube hat zwar eine treue Anhängerschaft, doch vor allem Action-orientierte Spieler greifen lieber zur Xbox oder zur Playstation 2.
An der Aufteilung der Zielgruppen dürfte sich auch in Zukunft nicht allzu viel ändern, denn bei Nintendo ist man offensichtlich nicht gewillt, sich am technischen Wettrüsten der Konsolen zu beteiligen, das Microsoft und Sony praktizieren. Microsoft baut einen Multicore-Prozessor mit drei Kernen a 3,2 Gigahertz in die neue Xbox, Sony stellt einen Prozessor mit acht "synergetischen Prozessorkernen" in Aussicht. Die Rechen- und Grafikpower braucht Platz: Die Xbox 360 und die PS3 werden in PC-ähnlichen Gehäusen stecken.
Eine zierliche Konsole in Taschenbuchgröße - wie zuletzt die PS2 -, wird es wohl künftig nur von Nintendo geben. Der in Los Angeles auf der Spielemesse E3 vorgestellte Prototyp mit dem Namen Revolution ist etwas größer als eine DVD-Hülle. Ein WLan-Anschluss ist inklusive, ebenso ein SD-Card-Slot sowie 512 Megabyte Flashspeicher. Der Prozessor der Revolution-Konsole wird von IBM produziert, die Grafikchips kommen von Ati. Technische Details dazu nannte Nintendo nicht.
"Die Entwicklungskosten für Spiele gehen in den achtstelligen Bereich", sagte Nintendo-Chef Satoru Iwata. Dies werde für Entwickler zu einem zunehmenden Problem. Auf der Konsole Revolution könnten sich große Ideen gegen große Etats durchsetzen, versprach Iwata. Nintendo setzt weniger auf Gigahertz denn auf Inhalte und hofft, mit neuen Versionen von Klassikern wie Super Mario bei den (vornehmlich jungen) Gamern zu punkten. Als eines der ersten Spiele für Revolution wurde eine neue Version von Zelda genannt.
Dank der Abwärtskompatibilität werden auch ältere Nintendo-Games von Revolution unterstützt. Für die Konsole, die erst 2006 auf den Markt kommt, wurde zudem ein kostenloser Onlinegaming-Dienst angekündigt. Nutzer von Xbox live, der Onlinespielfunktion für die Xbox, müssen beispielsweise eine monatliche Abogebühr von sieben Euro berappen.
Neben dem Konsolenprototypen zeigte Nintendo auch einen Game Boy im Handyformat mit dem Namen Micro. In dem 80 Gramm schweren Gerät steckt der gleiche Prozessor wie im Game Boy Advance SP, und es können damit die gleichen Spiele gespielt werden. Das Display misst vier mal zwei Zoll. Im Herbst soll der Game Boy Micro in die Geschäfte kommen, Preis noch unbekannt.