Kartendienst: So sieht das neue Google Maps aus - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen
Fotostrecke

Google Maps: Der ganz persönliche Kartendienst

Kartendienst im Test So sieht das neue Google Maps aus

Google hat seinen Kartendienst renoviert und an das soziale Netzwerk Google+ angeschlossen. Google Maps ist moderner und besser geworden. Doch der erste Test zeigt: Bei den Daten zum Nahverkehr und zu Flugverbindungen hapert es noch.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Der Internet- und Werbekonzern Google hat auf seiner Entwicklerkonferenz in San Francisco viel Zeit auf seinen Kartendienst Maps verwendet: Mehr Funktionen soll er haben, besser aussehen, nützlicher sein. Andere Kartendienste sollen offenbar gar nicht erst auf die Idee kommen, neben Google sei noch Platz, etwa mit spezialisierten, lokalen Suchseiten. Noch ist das neue Google Maps nur für ausgewählte Beta-Tester verfügbar, wir haben uns die Vorschau angesehen. Einen ersten Eindruck bietet unsere Fotostrecke.

Was sofort auffällt: Die Karten sehen moderner aus. Google hat das Design verändert, nur noch die allerwichtigsten Straßen sind gelb eingefärbt. Die anderen treten in den Hintergrund und machen den Informationen Platz, die man sich gerade anzeigen lässt. Zum Beispiel Cafés in einer bestimmten Umgebung. Die großen, roten Icons fallen so besser auf. Die neuen Straßenkarten erinnern ein wenig an die Karten von MapBox , einem Unternehmen, das Karten auf Basis des freien Anbieters OpenStreetMap erstellt.

Google zeigt von Freunden empfohlene Cafés

Die wichtigste Neuerung: Schaut man sich eine Stadt an und sucht Bars, blendet Google Maps gefundene Ergebnisse direkt auf der Karte ein, nicht mehr in einer Spalte links neben der Karte. Andere Informationen werden dafür ausgeblendet. Hat man eine Bar in einer bisher namenlosen Nebenstraße gefunden, ist nun der Straßenname zu sehen. Ein praktisches Detail.

Weniger praktisch: Auf der Google-Konferenz vorgestellte Neuerungen wie die Suche nach passenden Flugverbindungen oder Verbindungen im öffentlichen Nahverkehr gibt es vorerst nicht für Deutschland. Zwar zeigt Google Verbindungen der Deutschen Bahn an und damit beispielsweise auch die S-Bahn in Hamburg. Das ebenso wichtige U-Bahn-Netz hingegen bleibt bei der Routenplanung außen vor, wie bei vielen anderen Städten auch. Vor allem weist Google nicht darauf hin, dass es womöglich bessere Verbindungen gibt, die nur nicht angezeigt werden können.

Ebenso hinzugekommen ist eine Integration des bisher wenig geliebten sozialen Netzwerks Google+, mit dem der Konzern Facebook Konkurrenz machen will. So kann man sich Orte anzeigen lassen, die Kontakte bereits besucht und empfohlen haben. Die Idee dahinter: Wenn die Freunde diese Cafés empfehlen, wird das dem eigenen Geschmack schon entsprechen. Zumindest kann man besser einordnen, was man dort vorfinden wird.

Gefundene Orte lassen sich mit einem Bericht und Sternen bewerten. Google erlaubt, die Ergebnisse nach diesen Wertungen zu sortieren. Angekündigt wurde auf der Google-Konferenz außerdem die Möglichkeit, Google-Nutzern Rabattaktionen anzubieten.

3-D-Funktionen nur für aktuelle Systeme

Aufgebohrt wurde auch die Foto-Funktion. Bisher konnte man sich Bilder zu Orten ansehen, nun hat Google zu vielen Orten aus diesen Bildern Slideshows zusammengestellt. Es soll künftig auch möglich sein, selbst Panorama-Aufnahmen zu machen und diese Google Maps hinzuzufügen.

Die auf der Google-Konferenz gezeigten 3-D-Funktionen - eine Art Google Earth im Browser - brauchen allerdings ein aktuelles Windows oder ein aktuelles MacOS, einen Chrome-Browser und eine passende Grafikkarte. Wer mit Internet Explorer surft oder einen betagten Rechner hat, muss auf die 3-D-Ansicht der Erde, auf die sogar der aktuelle Mondschatten und die derzeitige Wolkenbildung berechnet werden, verzichten.

Unser erster Test zeigt, dass Google Maps in vielen Details noch besser geworden ist. Für die Karten-Konkurrenz wird es nicht leichter, außerdem drängt Google mit Maps stärker in das lokale Anzeigengeschäft. Die Karten mit ihren Funktionen sind aber nur so gut, wie das Datenmaterial, auf dem sie basieren. Und da hapert es in Deutschland noch etwas beim öffentlichen Nahverkehr, bei Flugverbindungen und bei der Akzeptanz von Google+.

ore