Kinderpornografie: Prozess in Magdeburg - DER SPIEGEL
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Kinderpornografie Prozess in Magdeburg

Seit 2003 ermittelte die Polizei wegen Verdachts auf Verbreitung von Kinderpornografie gegen einen 29-Jährigen. Für die Fahnder wurde er zum Ansatzpunkt, pädophile Netzwerke aufzurollen: Am Ende kam es zu Ermittlungen in 166 Staaten. Jetzt steht der Mann vor Gericht.
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Das Problem der Kinderpornografie ist nicht neu. Doch während diese früher auf relativ verschwiegene Zirkel begrenzt war, ermöglichte das Aufkommen des WWW eine weltweite Vernetzung der Pädophilen. Wie weit das geht, macht der Fall eines 29-Jährigen aus Magdeburg klar, der sich ab Dienstag vor dem dortigen Landgericht wegen des Verdachts auf Verbreitung von Kinderpornografie verantworten muss. Denn verhandelt wird in Magdeburg ein Fall, der Anlass und Gelegenheit für eine weltweit koordinierte Fahndungsaktion gab.

Dem Mann wird zur Last gelegt, in insgesamt 26 so genannten Communities im Internet kinderpornografische Bild- oder Videodateien verbreitet zu haben. In den Zirkeln hatte sich weltweit eine große Anzahl Pädophiler bandenmäßig zusammengeschlossen. In einem Fall waren es nach Angaben der Staatsanwaltschaft 18.000 Mitglieder.

Der Angeklagte aus Magdeburg hat laut Anklage in 16 Fällen kinderpornografische Bilddateien bezogen, um sie zu verbreiten. In weiteren zehn Fällen soll er sie tatsächlich öffentlich zugänglich gemacht haben.

Polizei und Staatsanwaltschaft in Sachsen-Anhalt hatten im September 2003 mit einer weltweit angelegten Aktion kinderpornografische Zirkel im Internet gesprengt. Ursprung der ein Jahr andauernden Ermittlungen war ein Verfahren gegen den 29-Jährigen. Weltweit waren von den Ermittlungen 166 Staaten mit rund 26.500 tatverdächtigen Internet-Nutzern betroffen. Der Anstoß für die Ermittlungen kam aus der Internet-Wirtschaft.

Die Kammer hat drei Verhandlungstermine angesetzt. Geladen sind drei Zeugen, ein Sachverständiger und zwei sachverständige Zeugen.